{"id":9628,"date":"2019-11-18T11:13:53","date_gmt":"2019-11-18T09:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9628"},"modified":"2019-11-18T11:13:53","modified_gmt":"2019-11-18T09:13:53","slug":"niedliches-teil-3-das-rundlichevon-katja-gunkel18-11-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/11\/18\/niedliches-teil-3-das-rundlichevon-katja-gunkel18-11-2019\/","title":{"rendered":"Niedliches (Teil 3): Das Rundliche<br><small><i>von Katja Gunkel<\/i><\/small><br><small>18.11.2019<\/small>"},"content":{"rendered":"<p>Gewichtige Niedlichkeiten, in Form gebrachte Tiere<!--more--><\/p>\n<p><i>\u201e[L]ook at this absolute unit.\u201c<\/i><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Die beiden vorangegangenen Konsumrezensionen \u00fcber die Quetschbarkeit (<a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel hier<\/a>) und die Flauschigkeit des Niedlichen\u00a0(<a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/05\/13\/pelzige-posamente\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel hier<\/a>) haben bereits vorgef\u00fchrt, dass die protoniedliche (Tier-)Form am treffendsten mit den Attributen <i>klein, rund, weich und flauschig<\/i> beschrieben werden kann. \u201e[C]ute objects have no edge to speak of, usually being soft, round, and deeply associated with the infantile and the feminine\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> \u2013 als ein Schl\u00fcsselmerkmal niedlicher Gestalt\/ung begleitet<i> Rundheit<\/i> nun die nachfolgende Expedition durch die unendlichen Weiten digitaler Bildkulturen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Fall der zuvor exemplarisch anhand des Mini-Zwergspitzes studierten Materialeigenschaft Flauschigkeit<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> ist die rundliche Silhouette das kunstfertige Resultat eines sorgf\u00e4ltig getrimmten buschig-volumin\u00f6sen Haarkleides. Das nunmehr n\u00e4herungsweise kugelrunde \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild der bereits qua Z\u00fcchtung manieriert-niedlichen Hunderasse wird durch diesen erneuten Formgebungsprozess noch gesteigert (\u201ecutening the cute\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>), basiert de facto jedoch auf einer optischen Illusion. Wasser hilft angesichts jenes haarigen Blendwerks der Wahrheitsfindung, enttarnt der Kontakt mit dem feuchten Element doch gnadenlos den anatomischen Kern, d.h. die schm\u00e4chtige Statur des m\u00fchevoll h\u00e4ndisch aufgeplusterten, nunmehr im Bade abschmelzenden Pommeraners<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> und f\u00fchrt jene Janusk\u00f6pfigkeit vor, aus der sich die latente Skepsis vor dem vorgeblich allzu Niedlichen speist (vgl. Abb. 1).<\/p>\n<div id=\"attachment_9643\" style=\"width: 397px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/storiesofworld.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/dogbath15_800x519.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9643\" class=\" wp-image-9643\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bildschirmfoto-2019-11-06-um-09.41.27.png\" alt=\"\" width=\"387\" height=\"254\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9643\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Vorher-Nachher-Bildvergleich \u2013 &#8222;before and after bath.\u201c<\/p><\/div>\n<p>Obgleich Miniaturisierung und Handlichkeit nahelegen, dass die niedliche Tiergestalt idealiter leichtgewichtig, kleinformatig und zierlich ist, deutet alles darauf hin, dass jene Beobachtungen unter umgekehrten Vorzeichen ebenso G\u00fcltigkeit behalten. Kugelige Anschauungsexemplare aus der Social-Media-Menagerie sind daher diesmal nicht in Form miniaturisiert-fragiler Fellkn\u00e4ule von Interesse \u2013 ganz im Gegenteil. Die Aufmerksamkeit richtet sich nunmehr auf die schiere Pr\u00e4senz der wohlgen\u00e4hrten, tr\u00e4gen wie schweren, mit besten Absichten liebevoll in Form gef\u00fctterten (Bio-)Masse.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Die Kugel<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> gilt denn auch nicht nur Bauschigem \u2013 Stichwort: Pompon \u2013 designseitig als Idealform, eine \u00e4hnlich prominente Rolle spielt sie im semiotischen Repertoire der Beleibtheit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Dass gemeinhin ein Nexus zwischen kugelrund und \u00fcbergewichtig besteht, darauf deutet bereits die synonyme Wortverwendung hin.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Unmittelbar anschaulich wird besagter Zusammenhang beim Blick auf jene Tierdarstellungen, die allenthalben mit <i>#cute<\/i> und <i>#adorable<\/i> verschlagwortet \u00fcber Instagram-Profile wie <i>@round.animals<\/i> \u2013 \u201e[d]aily dose of thicc &amp; round animals\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u2013 oder <i>@round.boys <\/i>\u2013 \u201ethe original round animals account\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> \u2013 geteilt werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im virtuellen Kuriosit\u00e4tenkabinett der kugelf\u00f6rmigen Tierk\u00f6rper bzw. \u201arunden Lieblinge\u2018 reihen sich lebendige Fellkn\u00e4ule dabei gleichberechtigt an absichtlich \u201aunvorteilhaft\u2018 fotografierte ein: zum Beispiel solche, die durch die Wahl einer entsprechenden Kameraperspektive f\u00fcllig inszeniert wurden, sowie tats\u00e4chlich korpulente Exemplare. Die zumindest bei fl\u00fcchtiger Betrachtung gegebene formale \u00c4hnlichkeit zwischen einem flauschigen und einem fettleibigen S\u00e4ugetier dient sich im wissentlich wenig \u00fcberzeugenden Versuch, schiere Massigkeit als blo\u00dfe (Lang-)Haarigkeit zu camouflieren augenzwinkernd der Logik der Verwechslungskom\u00f6die an \u2013 \u201eI\u2019m not fat, I\u2019m fluffy!\u201c Das Spiel mit der ambigen, durch Behaarung umschmeichelten bzw. vorteilhaft kaschierten, K\u00f6rperform verliert mit Abnahme der Haarl\u00e4nge proportional an Plausibilit\u00e4t, so dass einer kurzhaarigen Katzenart deutlich weniger imagin\u00e4rer Spielraum verg\u00f6nnt ist \u2013 \u201eI\u2019m not fat, dammit!\u201c (vgl. Abb. 2).<\/p>\n<div id=\"attachment_9642\" style=\"width: 304px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9642\" class=\" wp-image-9642\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bildschirmfoto-2019-11-06-um-09.41.19.png\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"305\" \/><p id=\"caption-attachment-9642\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: &#8222;I&#8217;m not fat, I&#8217;m fluffy&#8220;-Meme.<\/p><\/div>\n<p><i>Chonkcilla, Unichonk<\/i> oder <i>Chonkkin<\/i> \u2013 ob reale oder fiktive Tierfiguren, alle lassen sie sich sowohl sprachlich als auch optisch an die kugelrunde Idealform angleichen bzw. anf\u00fcttern.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Laut <i>urbandictionary.com<\/i>, dem selbsternannten, kollektiv organisierten Nachschlagewerk f\u00fcr Internet-Slang, hat sich <i>chonk<\/i> als<i> <\/i>orthografische Variation von <i>chunk<\/i> \u2013 \u00fcbersetzt etwa so viel wie \u201agro\u00dfer Brocken\u2018 \u2013 online zur Bezeichnung korpulenter Tiere aller Art etabliert.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Befeuert durch die <i>CHONK Chart,<\/i><a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> eine qua Bildbearbeitung manipulierte K\u00f6rperfett-Risikoskala f\u00fcr Haustiere, die vor allem im Sommer letzten Jahres viral kursierte, erfreuen sich insbesondere \u00fcber- bzw. schwergewichtige Stubentiger memetischer Ber\u00fchmtheit (vgl. Abb. 3).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_9641\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9641\" class=\" wp-image-9641\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bildschirmfoto-2019-11-06-um-09.41.11-1024x345.png\" alt=\"\" width=\"475\" height=\"160\" \/><p id=\"caption-attachment-9641\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: CHONK Chart via Imgur.<\/p><\/div>\n<p>Graduell von einem zwanzigprozentigen, als unbedenklich indexierten K\u00f6rperfettanteil auf 70 Prozent in den dunkelroten Risikobereich ansteigend, gipfeln die begleitenden Illustrationen auf der letzten Stufe in einem unf\u00f6rmig adip\u00f6sen Tierk\u00f6rper. Die Bauchdecke h\u00e4ngt auf Bodenh\u00f6he, wodurch die Silhouette der grafisch dargestellten Katze in der Seitenansicht nahezu quadratisch wirkt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das veterin\u00e4re Schaubild offensichtlich f\u00fcr die gesundheitlichen Konsequenzen von Fettleibigkeit bei Katzen im Speziellen wie Haustieren im Allgemeinen sensibilisieren will und dazu die massiv \u00fcbergewichtige tierliche Figuration als stark gef\u00e4hrdete Normabweichung inszeniert, die es unter allen Umst\u00e4nden zu vermeiden bzw. mit sofortiger Wirkung auf strikte Di\u00e4t zu setzen gilt, zielt die <i>CHONK Chart <\/i>auf das genaue Gegenteil. Dank der humoristischen Umdeutung wird die urspr\u00fcnglich als abnorm deklarierte K\u00f6rperform glorifiziert. <i>Je f\u00fclliger, desto besser<\/i> lautet entsprechend der \u00dcberbietungslogik alsdann die Losung, besteht die Meisterschaft doch gerade im Erklimmen der letzten Stufe, eingedenk deren gigantischer Ausma\u00dfe die Beschreibung \u201achonky\u2018 geradewegs als unpassend verniedlichender Deminutiv erscheint.<\/p>\n<p>Ein verballhornter christlich-religi\u00f6ser Ausruf bleibt dann auch die einzige ad\u00e4quate Reaktion auf jene leibhaftige, Ehrfurcht gebietende Epiphanie \u2013 \u201eOH LAWD HE COMIN\u201c! Die Pointe besteht freilich in dem Umstand, dass ein derart adip\u00f6ses Gesch\u00f6pf \u2013 zumal mit der geringen K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe einer Hauskatze \u2013 allein aufgrund der gewichtsbedingten motorischen Einschr\u00e4nkungen de facto schwerlich eine auch nur irgendwie ernstzunehmende Bedrohung darzustellen vermag.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Bei<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Nutztieren gilt ein korpulentes \u00c4u\u00dferes der fleischverarbeitenden Lebensmittelindustrie nicht erst seit Einf\u00fchrung genetisch optimierter Massentierhaltung als \u00f6konomisches Pr\u00e4dikat. Die Freude am sowie der Stolz auf das wohlbeleibte, maximalen Ertrag in Aussicht stellende Zuchttier finden ihren bildlichen Ausdruck beispielsweise ab Mitte des 19. Jahrhundert in der Viktorianischen Genremalerei. Preisgekr\u00f6ntes Elite-Rindvieh \u2013 wie der aufgrund seiner schieren Massigkeit und distinguierten Abstammung in ganz Gro\u00dfbritannien als Krone der angels\u00e4chsischen Rinderzucht bekannte <i>Ochse von Durham<\/i> (1796-1807) \u2013 tourte nicht lediglich in spezialangefertigten Fuhrwerken landauf, landab, sondern wurde ebenfalls in stilisierenden Tierportraits verewigt: \u201eBer\u00fchmtheit erlangte der Durham-Ochse durch die 1802 von Thomas Weaver und John Boultbee [\u2026] angefertigten Portr\u00e4ts, und er war so popul\u00e4r, dass allein im ersten Ausstellungsjahr 2.000 Exemplare seines Portr\u00e4ts in Auftrag gegeben wurden.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Die sogenannte \u201elivestock portraiture\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> zielte weniger auf ein wahrheitsgetreues Bildnis, als auf die idealisierte Darstellung der tierlichen Anatomie \u2013 getreu der Devise \u201eje massiger, desto besser\u201c \u2013 \u201e[\u2026] [T]he most impressive animals were those that pushed natural limits or approached unattainable ideals. The most obvious limit was size.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Jedes der lokalen Nutztiere wurde hierzu an eine bereits in der K\u00f6rperform angelegte geometrische Idealform angeglichen: Gro\u00dfz\u00fcgig proportioniert waren Rinder meist von kompakt rechteckiger, Schafe von l\u00e4nglich-elliptischer Statur, w\u00e4hrend bei der Abbildung von Schweinen die Kugel als anatomisches Modell fungierte (vgl. Abb. 4).<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Um die Fleischmassen besonders eindr\u00fccklich zu inszenieren, wurde die jeweilige tierliche Ber\u00fchmtheit in Form einer Ganzk\u00f6rperdarstellung <i>en profil<\/i> vor einer ruralen Landschaft portraitiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_9640\" style=\"width: 502px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9640\" class=\" wp-image-9640\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bildschirmfoto-2019-11-06-um-09.41.00-1024x797.png\" alt=\"\" width=\"492\" height=\"383\" \/><p id=\"caption-attachment-9640\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: OH LAWD HE COMIN (<a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/sNqNi9E.png\">CHONK Chart<\/a>, Detail); <a href=\"https:\/\/collections.britishart.yale.edu\/vufind\/Record\/3414311\">The Famous Lincolnhire Ox<\/a> (1823); <a href=\"http:\/\/www.reading.ac.uk\/adlib\/Details\/collect\/4846\">Leicester Ram<\/a> (1859); <a href=\"http:\/\/www.reading.ac.uk\/adlib\/Details\/collect\/4968\">Prize Pig<\/a> (1872).<\/p><\/div>\n<p>Aus der Perspektive jener charakteristischen Darstellungsweise scheint der ann\u00e4hernd rechteckige Rumpf, zumal im direkten Kontrast mit den vergleichsweisen d\u00fcnnen, kurzen Beinen und dem relativ kleinen Kopf, geradezu monstr\u00f6se Dimensionen zu besitzen.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> \u201eDem unge\u00fcbten Betrachter m\u00f6gen sie wie idiosynkratische Darstellungen \u00fcbergro\u00dfer, \u00fcberf\u00fctterter, \u00fcberausgestellter Monstren erscheinen. F\u00fcr diejenigen, die damit zu tun haben, sind sie Ausdrucks eines Novums von Wohlstand, gesellschaftlichem Wandel und Vertrauen in den \u201aFortschritt\u2018.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Als Statussymbol wie Figuration ihrer Eigent\u00fcmer bzw. Z\u00fcchter erf\u00fcllten jene betont imposanten und stattlichen Portraits preisgekr\u00f6nter Zuchttiere vor allem repr\u00e4sentative, prestigetr\u00e4chtige Funktionen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Das Affizierungsverm\u00f6gen dieser \u2013 bereits zum Entstehungszeitpunkt breitenwirksam als menschengemachte Sensationen vermarkteten \u2013 ob ihrer Unf\u00f6rmigkeit sp\u00e4testens aus heutiger Sicht grotesk wirkenden <i>livestock celebrities<\/i> (bzw. <i>cattlefluencer<\/i>) griff j\u00fcngst das Museum of English Rural Life zum Zwecke des digitalen Marketings via Twitter (@TheMERL) auf. Adam Koszary, fr\u00fcherer Programmdirektor und Leiter des Digital Lead Management, beschreibt das seiner Meinung nach augenf\u00e4llige \u201aSocial-Media-Potential\u2018 jener Nutztierdarstellungen und dessen viralen Erfolg in einem Interview folgenderma\u00dfen: \u201ePeople love an absolute unit, and are in awe at the size of the lad.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Der morphologisch vorgef\u00fchrte<i> Gigantismus<\/i> erweist sich als Umkehrung jenes miniaturisierenden Effekts, der f\u00fcr Niedliches \u00fcblicherweise kennzeichnend ist.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Im Fall adip\u00f6ser Tiere im Diskursumfeld von <i>#cute<\/i> auf Instagram m\u00fcndet eine partielle Vergr\u00f6\u00dferung durch \u00fcberproportionale K\u00f6rperf\u00fclle dennoch nicht in Ekel, Abscheu oder Furcht. Accounts wie <i>@chonky.animals,<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> @wow_absolute_units<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> <\/i>oder <i>@thic.bois<\/i><a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> tragen ihre Verehrung f\u00fcr tierliche K\u00f6rperf\u00fclle vielmehr bereits im Namen.<\/p>\n<p>F\u00fcr jene bildbasierten \u201eGeschmacksverein[e]\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> besitzen massige Kreaturen ein ausgemachtes, im Sinne von <i>fat admiring<\/i> ausschlie\u00dflich positiv konnotiertes Affizierungspotential, gelten sie ihnen doch als massiv niedlich. Mit dem signifikanten Hashtagverbund <i>#chunky #cute #adorable<\/i> liefert das derart verschlagwortete Bildmaterial dementsprechend eine affirmierende Lesart der dargestellten korpulenten Leiber. Bei Niedlichem gilt \u00dcbergewicht, so lie\u00dfe sich unmittelbar schlussfolgern, als liebenswert, ja gar anbetungsw\u00fcrdig \u2013 zumindest, wenn es sich um Tiere oder Babys handelt, die \u2013 eingedenk optimierter Quetschbarkeit<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> \u2013 gar nicht speckig <i>(#chubby) <\/i>genug sein k\u00f6nnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was nun aber passiert, wenn das Haustier zum Masttier wird, sei im Folgenden fallbeispielhaft am Instagram-Account <i>@chonky.animals<\/i> illustriert, der seine Abonnent*innen t\u00e4glich mit neuen Medieninhalten \u2013 den so genannten \u201edaily chonks\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> \u2013 versorgt. Zum Zwecke der Klassifizierung wie Auffindbarkeit werden s\u00e4mtliche Ver\u00f6ffentlichung von einem Hashtag-Konglomerat begleitet, das lediglich minimal, abh\u00e4ngig vom jeweils abgebildeten Tier \u2013 Hund, Katze, Hamster, Robbe usw. \u2013 variiert. Unver\u00e4ndert bleiben dabei folgende Schl\u00fcsselbegriffe, die den Bildkorpus aus Sicht der Account-Betreibenden am treffendsten charakterisieren und damit jenen Diskursrahmen aufspannen, in dem die ver\u00f6ffentlichten Tierportraits nicht nur verortet, sondern ebenso durch Sucheingabe aufgefunden werden sollen: <i>#animals #chonky #cute #adorable #animal #chonker #aww #fat #unit #funny #absoluteunit.<\/i><b><i><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/i><\/b><\/p>\n<p>Eine Durchsicht des gesamten Datensatzes offenbart, dass das Pr\u00e4dikat <i>chonky <\/i>nicht notwendigerweise an \u00dcbergewicht gebunden ist. Rubriziert werden ebenso Tiere mit dichtem Fellwuchs wie beispielsweise ungeschorene Alpakas, langhaarige Katzenrassen (z.B. Main-Coon), Tiere mit ausgepr\u00e4gten, \u00fcppigen Speckfalten \u2013 zumeist M\u00f6pse, Doggen oder haarlose Sphinx-Katzen \u2013 und Robben, die aufgrund ihres prallen, formstabilen und speckig gl\u00e4nzenden Leibes als <i>#chonker<\/i> par excellence gelten k\u00f6nnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dessen ungeachtet beschr\u00e4nken sich die nachfolgenden Ausf\u00fchrungen bewusst auf die fotografischen Darstellungen adip\u00f6ser Haustiere, liegt der Fokus mit Gewicht und Masse doch auf zwei physikalischen Gr\u00f6\u00dfen, die nicht als prototypisch niedlich gelten. Zudem ist Korpulenz, d.h. signifikant formver\u00e4ndernde Gewichtszunahme, im untersuchten Ph\u00e4nomenbereich <i>#chonky <\/i>f\u00fcr den Eindruck von idealerweise kugelf\u00f6rmiger Rundheit ma\u00dfgeblich.<\/p>\n<p>Motiv der via <i>@chonky.animals<\/i> geteilten Tierportraits ist dabei nicht der Fressvorgang als solcher, vielmehr wird die Leibesf\u00fclle der wohlgen\u00e4hrten Protagonisten und somit der tierliche K\u00f6rper selbst zum zentralen Bildgegenstand. Zumeist im \u201anat\u00fcrlichen\u2018 Habitat des h\u00e4uslichen Innenraums \u2013 vorzugsweise auf komfortablen Ruhem\u00f6beln wie Sofa, Sessel, Teppich, Fu\u00dfmatte oder Schlafzimmerbett \u2013 abgelichtet, befindet sich eine signifikante Anzahl der Tiere augenscheinlich in einer Art semi-komat\u00f6sem D\u00e4mmerzustand, mutma\u00dflich immobilisiert durch das zuvor verzehrte Mahl und die einsetzende Verdauungst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ein beleibter Mops absolut tiefenentspannt, wie dahingegossen quer ausgestreckt \u00fcber Ledercouch und Sofatisch liegt, wobei sich sein Wanst schwerkraftbedingt zwischen dem Mobiliar nach unten aush\u00e4ngt (\u201eperfect form\u201c), ruht ein draller Corgi bildformatf\u00fcllend auf der Seite und es scheint fraglich, ob seine Stummelbeine den massigen K\u00f6rper jemals wieder aufrichten k\u00f6nnen (\u201eloaf\u201c). Mops und Katze wiederum schlafen eintr\u00e4chtig, alle Viere von sich gestreckt auf einem sonnenbeschienenen T\u00fcrvorleger (\u201eDOUBLE CHONK\u201c). Im Wachzustand fotografierte Tiere befinden sich h\u00e4ufig in einer breitbeinigen, menschen\u00e4hnlichen Sitzhaltung, welche ihre \u2013 zwischen den ge\u00f6ffneten, optisch nahezu verschwindenden Hinterl\u00e4ufen ruhende, teils bis zum Kinn reichende Plauze \u2013 prominent in Szene setzt (\u201eAWH LAWD HE SITTIN\u201c) (vgl. Abb. 5).<b><i><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/i><\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_9639\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9639\" class=\"size-large wp-image-9639\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bildschirmfoto-2019-11-06-um-09.40.45-1024x387.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"263\" \/><p id=\"caption-attachment-9639\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 5: Einige wiederkehrende \u201aPosituren\u2018 auf @chonky.animals:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BvuVR-RnRc1\/?utm_source=ig_web_copy_link\">Perfect form<\/a>, \u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Bsa-DMvnWA8\/?utm_source=ig_web_copy_link\">Loaf<\/a>, \u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Bw2YdeIl6bM\/?utm_source=ig_web_copy_link\">DOUBLE CHONK<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BsuElZ4nr3V\/?utm_source=ig_web_copy_link\">That posture.<\/a><\/p><\/div>\n<p>In ihrer Rolle als \u201atreue\u2018 tierliche Lebensgef\u00e4hrten <i>(companion animal)<\/i>, emotionale Unterst\u00fctzung <i>(emotional support animal) <\/i>und animalische Stellvertreter und Statussymbole, erf\u00fcllen Haustiere nicht nur affektregulierende, sondern ebenso repr\u00e4sentative und somit soziale Funktionen \u2013 zumal im Kontext bildbasierter Kommunikation via Social Media. Laut Richard et al. kommt den zumeist von ihren Besitzer*innen medial inszenierten Tieren dabei die Rolle eines <i>animal ego<\/i> zu, dessen Eigenschaften und F\u00e4higkeiten der Erweiterung des online pr\u00e4sentierten menschlichen Selbst dienen.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p>Indem ihre anthropomorphe Darstellung Identifikationsm\u00f6glichkeiten bietet, erm\u00f6glichen die beh\u00e4big, selbstzufrieden und gen\u00fcsslich sprichw\u00f6rtlich auf der faulen Haut liegend dargestellten tierlichen Modelle ein stellvertretendes Genie\u00dfen \u2013 eine kurzfristige, gleichwohl imagin\u00e4re Teilhabe am paradiesisch visionierten Zustand eines lebenslangen Dolcefarnientes fernab sozio\u00f6konomischer Zw\u00e4nge, wie es Haustieren gew\u00f6hnlich nicht ohne Neid attestiert wird. Als Repr\u00e4sentanten des zutiefst Menschlichen verk\u00f6rpern sie folgenlosen und daher ungef\u00e4hrlichen zivilen Ungehorsam, die Weigerung zur Leistungserbringung wie Selbstoptimierung, und demonstrieren mithin Disziplinlosigkeit im Kleinen.<\/p>\n<p>Als selbstbewusst wie -bestimmt auftretende Pers\u00f6nlichkeit (und somit gewisserma\u00dfen als ego animal) unter den wohlbeleibten tierlichen Gef\u00e4hrten kann der rotwei\u00df-getigerte Kater Zarathustra gelten. Unter dem Instagram-Profil <i>@fatcatart<\/i><a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> sowie der gleichnamigen Homepage<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> pr\u00e4sentiert der konsequent im Pluralis Majestatis \u00fcber sich selbst sprechende Stubentiger die Fr\u00fcchte seines distinguierten \u2013 ausnahmslos um sinnliche Freuden, kulinarischen Wonnen sowie die Sch\u00f6nen K\u00fcnste kreisenden \u2013 Lebensstils.<\/p>\n<p>Auch die Selbstcharakterisierung geizt nicht mit Superlativen: So ist Zarathustra nicht nur fraglos der beste und kultivierteste Kater der Welt, sondern genie\u00dft zugleich die Gunst der G\u00f6tter, welche seine unzivilisiert-animalischen Begierden sublimierten, damit er seine freie Zeit zwischen den taktgebenden Mahlzeiten mit dem Sinnieren \u00fcber h\u00f6here Belange zubringen kann. Seine dr\u00e4ngendste Leidenschaft besteht jedoch darin, als Modell f\u00fcr die \u201agro\u00dfen Meister\u2018 zu fungieren \u2013 w\u00fcsste doch einzig ein Monet, Botticelli oder Rembrandt seinen \u201agro\u00dfz\u00fcgigen K\u00f6rper\u2018 und seine \u201aerhabene Seele\u2018 als \u00e4sthetisches Surplus wertzusch\u00e4tzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Kunstfertig wird Zarathustra von seiner Besitzerin, der russischen K\u00fcnstlerin Svetlana Petrova, in bewegtes wie unbewegtes Bildmaterial hineinmontiert, wobei sich Referenzen aus dem Bereich der Bildenden Kunst (#classicartmemes) sowie popkulturelle Zitate aneinanderreihen. Ob ihm als \u201aWinged Cat\u2018, gez\u00e4hmte Bestie und \u00fcberdimensioniertes Haustier der K\u00f6nigstochter, vom Hl. Georg h\u00e4ppchenweise Biofleisch angereicht und die Figur des Drachent\u00f6ters derart beinahe liebevoll-f\u00fcrsorglich umgedeutet wird, sein massiger K\u00f6rper, nunmehr zum Quadrat umgeformt, den \u201aCat Suprematismus\u2018 einl\u00e4utet oder er anstelle von Elizabeth Taylor in <i>Cleopatra <\/i>(1963) auf einer gigantischen, von unz\u00e4hligen Sklaven geschulterten S\u00e4nfte feierlich in Rom einzieht: Die Persona Zarathustra entscheidet \u2013 hieran l\u00e4sst das Begleitnarrativ keinen Zweifel \u2013 souver\u00e4n \u00fcber ihre Bildwerdungen und ist somit zumindest nominell deutlich handlungsf\u00e4higer als die vorherigen tierlichen Brummer. Deren paralytische Passivit\u00e4t steigert sowohl ihren Objektstatus als auch ihre Relativit\u00e4t \u2013 das <i>animal ego<\/i> existiert nur als Erweiterung eines vorg\u00e4ngigen Subjekts \u2013 und tr\u00e4gt damit unmittelbar zur Erh\u00f6hung ihres Niedlichkeitsfaktors bei. Jene \u00c4sthetisierung von Machtlosigkeit bzw. Ohnmacht, die Sianne Ngai als grundlegende Triebkraft des Niedlichen gilt, erf\u00e4hrt in Zarathustra ihre bullige Umkehrung \u2013 \u201eHow to welcome the fat cat: Oh lawd he comin\u2018!\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0Koszary, Adam<i>: look at this absolute unit,<\/i> <a href=\"https:\/\/medium.com\/\">https:\/\/medium.com\/<\/a> vom 10.04.2018, <a href=\"https:\/\/medium.com\/@adamkoszary\/look-at-this-absolute-unit-763207207917\">https:\/\/medium.com\/@adamkoszary\/look-at-this-absolute-unit-763207207917<\/a> [23.9.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0Ngai, Sianne: <i>Our Aesthetic Categories. Zany, Cute, Interesting,<\/i> Cambridge\/Mass. 2012, S. 814.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Gunkel, Katja: <i>Niedliches (Teil 2): Das Flauschige. Pompon trifft Pommeraner, <\/i>http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/ vom 13.05.2019, <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/05\/13\/pelzige-posamente\/\">http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/05\/13\/pelzige-posamente\/<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0Legge, Elizabeth: <i>When Awe turns to Awww\u2026 Jeff Koons\u2019s Balloon Dog and the Cute Sublime,<\/i> in: <i>The Aesthetics and Affects of Cuteness,<\/i> hrsg. von Joshua Paul Dale et al., New York [u.a.] 2017, S. 130-150, hier S. 140.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0Vgl. bspw. N.N.: <i>Hydro-thera-paws! Bizarre bath time video of submerged Pomeranian is so soothing&#8230; even she falls asleep, <\/i>www.dailymail.co.uk vom 29.06.2017, <a href=\"https:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/article-4652222\/Bath-time-video-submerged-Pomeranian-soothing.html\">https:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/article-4652222\/Bath-time-video-submerged-Pomeranian-soothing.html<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0Vgl. hierzu auch Billmayer, Franz: <i>Konsumrezension Mai. Choice as Chance \u2013 Der neue Hund im Spiegel seines Futters, <\/i>15.05.2016, <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2016\/05\/14\/konsumrezension-maivon-franz-billmayer15-5-2016\/\">http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2016\/05\/14\/konsumrezension-maivon-franz-billmayer15-5-2016\/<\/a> [27.9.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0F\u00fcr eine designtheoretische Betrachtung des geometrischen K\u00f6rpers vgl. Richard, Birgit<i>: Eine runde Sache: Wenn Designer sich die Kugel nehmen. Streifz\u00fcge durch die hermetische Welt einer allseitig geschlossenen Fl\u00e4che mit konstanter Kr\u00fcmmung,<\/i> in: <i>Gestalten, Gebrauchen, Erinnern. Zur Gestalt des gew\u00f6hnlichen Gegenstandes,<\/i> hrsg. von Hermann Sturm, Essen 1994, S. 102-120.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0Im Deutschen gel\u00e4ufige Synonyme f\u00fcr fettleibig sind folglich bspw. rundlich, kugelig oder kugelrund. Vgl. <a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/fettleibig\">https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/fettleibig<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.instagram.com\/round.animals\">www.instagram.com\/round.animals<\/a> (490.000 Abonnent*innen) [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.instagram.com\/round.boys\">www.instagram.com\/round.boys<\/a> (476.000 Abonnent*innen) [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0Die \u00e4sthetische Kategorie<i> cute<\/i> umfasst konventionalisierte physische wie habituelle Reizkonstellationen. \u201eCuteness is not merely a matter of individual taste, but rather is comprised of particular features: rudimentary criteria with a certain degree of flexibility.\u201c Gn, Joel<i>: A lovable metaphor. On the affect, language and design of \u201acute\u2018,<\/i> in: <i>East Asian Journal of Popular Culture<\/i> (#2) 1 (2016), S. 49-61, hier S. 50. Unter Bezug auf Gn wird weiterhin davon ausgegangen, dass sich mithilfe der \u201aRahmenfunktion\u2018 <i>cuteness<\/i> potentiell alles verniedlichen, d.h. auf eine spezifische \u2013 <i>cute<\/i> \u2013 Art und Weise \u00fcberformen l\u00e4sst. Vgl. Gn, Joel: <i>Designing Affection. On the Curious Case of Machine Cuteness,<\/i> in: <i>The Aesthetics and Affects of Cuteness,<\/i> hrsg. von Joshua Paul Dale et al., New York [u.a.] 2017, S. 175-193, hier S. 186.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0Vgl. die Top-Definition zum Substantiv <i>chonk <\/i>von <i>Textbookvirgo<\/i>, <a href=\"https:\/\/www.urbandictionary.com\">www.urbandictionary.com<\/a> vom 27.09.2018, <a href=\"https:\/\/www.urbandictionary.com\/define.php?term=Chonk\">https:\/\/www.urbandictionary.com\/define.php?term=Chonk<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/knowyourmeme.com\/memes\/chonk-oh-lawd-he-comin\">https:\/\/knowyourmeme.com\/memes\/chonk-oh-lawd-he-comin<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0Vgl. Grasseni, Christina: <i>Tierdarstellung, agrarischer Fortschritt und die \u00d6kologie des Blicks f\u00fcr die agrarische Landschaft,<\/i> in: <i>N\u00fctzlich, s\u00fc\u00df und museal. Das fotografierte Tier. Essays,<\/i> hrsg. von Ute Eskildsen und Hans-J\u00fcrgen Lechtreck, Essen 2005, S. 96-102, hier S. 99f. Vgl. hierzu ebenfalls Rotvo, Harriet: <i>The Animal Estate. The English and Other Creatures in the Victorian Age, <\/i>Cambridge\/Mass. [u.a.] 1987, S. 46.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0Rotvo: <i>The Animal Estate, <\/i>S. 58.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Ebd., S. 56.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0Vgl. Ewbank, Anne: <i>In 19th-Century Britain, The Hottest Status Symbol Was a Painting of Your Cow. The livestock looked surprisingly geometric,<\/i> www.atlasobscura.com vom 13.12.2017, <a href=\"https:\/\/www.atlasobscura.com\/articles\/britain-cows-pig-sheep-paintings-livestock\">https:\/\/www.atlasobscura.com\/articles\/britain-cows-pig-sheep-paintings-livestock<\/a> sowie Hilton, Alison: <i>Consuming the fat cows, <\/i>The Museum of English Rural Life vom 25.10.2015, <a href=\"https:\/\/merl.reading.ac.uk\/news-and-views\/2015\/10\/consuming-the-fat-cows\/\">https:\/\/merl.reading.ac.uk\/news-and-views\/2015\/10\/consuming-the-fat-cows\/<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0Vgl. bspw. Rotvo: <i>The Animal Estate,<\/i> S. 59.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0Grasseni: <i>Tierdarstellung, <\/i>S. 101f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Rotvo: <i>The Animal Estate,<\/i> S. 60. Die grafischen Reproduktionen jener Gem\u00e4lde wurden von einer Bildunterschrift begleitet, die neben Angaben zu Z\u00fcchtung, Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht des Tieres auch Aufschluss \u00fcber die Besitzverh\u00e4ltnisse gab.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u00a0Koszary: <i>look at this absolute unit, <\/i>o.S.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u00a0Vgl. hierzu bspw. Ngai: <i>Our Aesthetic Categories, <\/i>S. 78.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/chonky.animals\/\">https:\/\/www.instagram.com\/chonky.animals\/<\/a> (448.000 Abonnent*innen) [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/wow_absolute_units\/\">https:\/\/www.instagram.com\/wow_absolute_units\/<\/a> (22.000 Abonnent*innen) [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/thic.bois\/\">https:\/\/www.instagram.com\/thic.bois\/<\/a> (101.000 Abonnent*innen) [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u00a0Liessmann, Konrad Paul: <i>\u00c4sthetische Empfindungen. Eine Einf\u00fchrung,<\/i> Wien 2009, S. 63.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a>\u00a0Vgl. Gunkel, Katja: <i>Squeezing Animals. \u00dcber die Verformbarkeit des Niedlichen (Konsumrezension Winter),<\/i> <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/\">http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/chonky.animals\/\">https:\/\/www.instagram.com\/chonky.animals\/<\/a> [27.09.2019]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>\u00a0Der von Birgit Richard et al. gepr\u00e4gte Begriff des <i>animal ego<\/i> bezeichnet v.a. im Kontext von YouTube eine Unterkategorie des <i>ego clips.<\/i> Hierunter werden vornehmlich Videos rubriziert, die der Selbstinszenierung ihres*r Urhebers*in dienen: \u201e[D]iese Clipsorte [dient] der exzessiven narzisstischen Selbstdarstellung [\u2026]. [\u2026] Eine Sonderform ist <i>animal ego:<\/i> Tiere f\u00fchren als Extension des medialen \u201aSelbst\u2018 Kunstst\u00fcckchen vor.\u201c Richard, Birgit; Gr\u00fcnwald, Jan; Recht, Marcus; Metz, Nina: Flickernde Jugend, rauschende Bilder. Netzkulturen im Web 2.0, Frankfurt am Main 2010, S. 62; Herv. i.O<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>Vgl. <a href=\"https:\/\/fatcatart.com\/\">https:\/\/fatcatart.com\/<\/a> (127.000 Abonnent*innen) [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>\u00a0Vgl. <a href=\"https:\/\/fatcatart.com\/\">https:\/\/fatcatart.com\/<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>\u201eOnly great artists can appreciate Our generous body and sublime soul [\u2026].\u201c <a href=\"http:\/\/fatcatart.ru\/2011\/02\/koty-i-yskusstvo\/?lang=en\">http:\/\/fatcatart.ru\/2011\/02\/koty-i-yskusstvo\/?lang=en<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\u201c name=\">[33]<\/a> FatCartArt.com: <i>How to welcome the Fat Cat,<\/i> 0:34 min., www.youtube.com vom 17.08.2019, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eefqRcBRHOg&amp;feature=player_embedded\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eefqRcBRHOg&amp;feature=player_embedded<\/a> [27.09.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewichtige Niedlichkeiten, in Form gebrachte Tiere<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[],"class_list":["post-9628","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9628"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9628\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}