{"id":9704,"date":"2020-01-06T11:01:02","date_gmt":"2020-01-06T09:01:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9704"},"modified":"2020-01-06T11:01:02","modified_gmt":"2020-01-06T09:01:02","slug":"feministische-bildpraktiken-in-den-sozialen-medien-empowerment-vs-provokationvon-annekathrin-kohout6-1-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2020\/01\/06\/feministische-bildpraktiken-in-den-sozialen-medien-empowerment-vs-provokationvon-annekathrin-kohout6-1-2020\/","title":{"rendered":"Feministische Bildpraktiken in den Sozialen Medien: Empowerment vs. Provokation<br><small><i>von Annekathrin Kohout<\/i><\/small><br><small>6.1.2020<\/small>"},"content":{"rendered":"<p>Sch\u00f6ner Aktivismus<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Als ich 2018 die Arbeit an meinem Buch \u201eNetzfeminismus\u201c begann, war es f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich, dass Sichtbarkeit \u2013 und damit verbunden Repr\u00e4sentation \u2013 nicht nur ein tief im Feminismus verankertes Thema ist, sondern auch f\u00fcr die gegenw\u00e4rtigen Diskurse in den Sozialen Medien eine zentrale Rolle spielt \u2013 spielen muss. Deshalb hatte es mich bei der Recherche \u00fcberrascht, dass Bilder, die man ja durchaus als sehr wichtige und produktive Medien der Sichtbarmachung ansehen kann, im feministischen Diskurs eine so geringe Rolle spielen. Oft erfahren sie sogar ausdr\u00fccklich Geringsch\u00e4tzung. Als Bildwissenschaftlerin, die ich unter anderem bin, interessieren mich Bilder aber ganz besonders \u2013 und zwar nicht ausschlie\u00dflich die Bilder der Kunst, sondern vor allem auch die Bilder der popul\u00e4ren Medien, also Bilder, die viele Menschen erreichen und deshalb auch eine entsprechende Wirkkraft besitzen.<\/p>\n<p>Es wird im Folgenden um drei Bereiche gehen und um deren Bezug: Feminismus, Sozialen Medien und Bildstrategien. Beginnen m\u00f6chte ich mit einem Beispiel aus der Zeit vor den Sozialen Medien, als die meisten gesellschaftlichen Diskurse noch in Zeitungen und Zeitschriften, aber auch im Fernsehen und in popul\u00e4ren Medien, darunter beispielsweise in Musikvideos ausgehandelt wurden. Die eine oder der andere von Ihnen erinnert sich vielleicht noch an den Clip zu \u201eBeautiful\u201c von Christina Aguilera aus dem Jahr 2003.<\/p>\n<p>In dem Video sieht man Christina Aguilera mit Piercing unter dem Kinn und in der Nase, verzweifelt singend und in der Ecke eines gro\u00dfen, schmutzigen, dunklen und leeren Zimmers kauernd, dessen Fenster mit Zeitungspapier verh\u00e4ngt sind. Sie singt \u201eYou are beautiful, no matter what they say.\u201c Zwischendurch werden verschiedene Szenen eingeblendet: Sie zeigen einen Transvestiten, der sich gerade zurecht macht. Ein magers\u00fcchtiges M\u00e4dchen in Unterw\u00e4sche, das sich skeptisch im Spiegel betrachtet. Sie zeigen ein homosexuelles P\u00e4rchen im l\u00e4rmenden Stadtverkehr \u2013 das offensichtlich kritischen Blicken ausgesetzt ist. Sie zeigen einen Punk, der in einen Bus zusteigt und mit seiner blo\u00dfen Anwesenheit die neben ihm Sitzenden vertreibt. Sie zeigen ein M\u00e4dchen, das geschlagen wird, und einen Jungen, der gerne st\u00e4rker, kr\u00e4ftiger oder \u2013 ich benenne es einfach \u2013 m\u00e4nnlicher w\u00e4re.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Christina Aguilera - Beautiful (Legendado)\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/OnQ9pPW4Bsg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Im Verlauf des Musikvideos emanzipieren sich die Protagonisten von ihrem jeweiligen Leid. Es werden Spiegel zerschlagen, die Mode-Zeitschriften mit ihren perfekten Models verbrannt, ja, es wird schlie\u00dflich sogar erl\u00f6st und erleichtert, vielleicht sogar gl\u00fccklich gelacht. Mit dieser Dramaturgie wird ein mentaler Sieg \u00fcber die gesellschaftlichen Konventionen inszeniert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Aussage, m\u00f6gen manche kritisieren, ist nicht sehr subtil. Sie bedarf aber auch ihrer Deutlichkeit: Alle Menschen, egal welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, welcher Religion, welcher Vorlieben oder welchen Aussehens \u2013 schlichtweg alle Menschen seien \u201abeautiful\u2018, sch\u00f6n. Das hei\u00dft: Sie sind nicht nur irgendwie akzeptabel oder zu tolerieren. Nein: Sie sind sch\u00f6n, sie sind genauso anzuhimmeln und begehrenswert, ja eignen sich ebenso als Vorbild wie jene wenigen vermeintlich perfekten Menschen, die zu dieser Zeit in den Massenmedien dargestellt wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In dem Musikvideo geht es vielfach um Bilder: die Bilder in den Zeitschriften, das eigene Spiegelbild, das Bild, das man anderen in der \u00d6ffentlichkeit bietet. Bilder werden zudem gezielt als Waffe gegen Worte pr\u00e4sentiert: Aguilera singt \u201eI am beautiful no matter what they say \/ Words can\u2018t bring me down\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9705\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.08.32.png\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"358\" \/><\/p>\n<p>Das Video verhandelt also nicht nur viele Themen und Motive, die heute in den Sozialen Medien, insbesondere auf Instagram im Kontext verschiedener Netzfeminismen, darunter z.B. der sogenannten Body-Positivity-Bewegung, verhandelt werden. Es geht darin um die Infragestellung g\u00e4ngiger Sch\u00f6nheitsideale, Ethnien-, Milieu- und Geschlechterkonventionen und die damit verbundene fehlende Repr\u00e4sentation aller Menschen, die von diesen Idealen, Konventionen, Zuschreibungen abweichen. Aber es pl\u00e4diert zudem f\u00fcr den gezielten Einsatz von Bildern, um sich \u2013 in diesem Fall \u2013 f\u00fcr Diversit\u00e4t zu engagieren.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich daher einige grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen voranstellen: Auf welche Weise k\u00f6nnen Bilder \u00fcberhaupt Gesellschaft ver\u00e4ndern, inwiefern kann man mit Bildern politisch aktiv werden?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die bildwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Wirkmacht der Bilder hat sich bisher weniger mit feministischen als mit politischen Beispielen hervorgetan.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Ein Schl\u00fcsselereignis f\u00fcr die Diskussion \u00fcber Bilder und ihre Wirkung stellte der Terroranschlag auf das <i>World Trade Center<\/i> am 11. September 2001 dar. Zum ersten Mal in der Geschichte der seit 1949 erscheinenden Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde ein Bild auf die Titelseite der Ausgabe vom 12. September gebracht. Zum ersten Mal wurde dem Bild gr\u00f6\u00dfere Aussagekraft als dem Wort einger\u00e4umt \u2013 und damit die Frage provoziert, inwiefern dieses ikonische Bild inklusive des Aufsehens, das es erregte, den Terroristen nicht in die Karten spielen w\u00fcrde \u2013 oder gar eigens von ihnen inszeniert wurde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Bei Gerhard Paul, der in seinem Buch mit dem einschl\u00e4gigen Titel <i>BilderMacht<\/i> sogar von einem Bilderkrieg spricht, hei\u00dft es: \u201eBilder sind und waren immer mehr als Repr\u00e4sentationen, als die sie Historiker immer noch gerne betrachten. Sie sind auch mehr als Medien, die nur Botschaften und Deutungen transportieren. Und sie sind mehr als passive Objekte der Anschauung. Sie reagieren, aber sie gestalten auch. Bilder machen etwas mit uns, ihren Betrachtern.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>In der Bombardierung Bagdads zur Primetime des amerikanischen Fernsehens sowie der T\u00f6tung Osama bin Ladens vor laufender Kamera sieht er einen \u201eKampf der Bilder gegen den Symbolwert der brennenden T\u00fcrme\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Und auch Horst Bredekamp geht davon aus, dass \u201eder Fakten schaffende \u201aBildakt\u2018 ebenso wirksam ist wie Waffengebrauch oder die Lenkung von Geldstr\u00f6men. Wir sehen gegenw\u00e4rtig Bilder, die Geschichte nicht abbilden, sondern sie erzeugen.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> In der Bildwissenschaft herrscht heute also weitgehend Konsens \u00fcber die M\u00f6glichkeit, Bilder als Werkzeuge der Machtaus\u00fcbung zu verwenden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss sich daran die Frage anschlie\u00dfen, wer \u00fcber diese Werkzeuge verf\u00fcgt. Und an dieser Stelle m\u00f6chte ich noch das Ende von Christina Aguileras Video \u201eBeautiful\u201c schildern: Nachdem sich alle Personen scheinbar selbst erm\u00e4chtigt haben, friedvoll grinsend, kauert sich Aguilera wieder zur\u00fcck in die Zimmerecke. Und die letzten Sequenzen des Videos zeigen schlie\u00dflich, wie sich ungl\u00e4ubiges Staunen auf den Gesichtern der anderen Personen ausbreitet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9707\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.14.38.png\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"356\" \/><\/p>\n<p>Dass der laute Aufbruch und der damit verbundene Appell in Resignation umschl\u00e4gt, ist als Statement zu verstehen: Solange einem nur wenige Menschen sagen, man sei sch\u00f6n, solange man sich nur selbst gut zuredet, wird keine nachhaltige Ver\u00e4nderung stattfinden. Wenn nicht jedem die M\u00f6glichkeit gegeben wird, sichtbar zu werden, wenn nicht jedem Werkzeuge zur Selbsterm\u00e4chtigung gegeben werden, dann bleibt dieses Video ein Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein, nur ein kurzer Moment, der sich gut angef\u00fchlt an.<\/p>\n<p>Noch im ausgehenden 20. Jahrhundert bestimmten vor allem Vertreter der etablierten Medien \u00fcber das, was in der \u00d6ffentlichkeit Sichtbarkeit erlangte: in diesem Fall die Redakteure von VIVA oder MTV. Tats\u00e4chlich entwickelte sich aber gerade das Musikfernsehen in Richtung eines Sozialen Netzwerks, zumindest aber zu einer Plattform, die Interaktion und Mitbestimmung erm\u00f6glichte. So konnte beispielsweise in der seit 2002 ausgestrahlten Sendung \u201eGet the Clip\u201c des Musiksenders VIVA jede und jeder Zuschauer*in entweder durch einen Anruf oder per SMS f\u00fcr ein Video \u2013aus einer Auswahl von immerhin ca. 80 bis 100 Clips \u2013 stimmen. Das Video mit den meisten Stimmen wurde dann ausgestrahlt. Zudem wurden die Clips von einem Nachrichtenband am unteren Bildrand gerahmt, in dem SMS-Botschaften der Zuschauer*innen ausgestrahlt wurden. Anders als in heutigen Sozialen Netzwerken findet man dort kaum politische Bekenntnisse, sondern \u00fcberwiegend Gru\u00df- oder Liebesbotschaften \u2013 man war sich seiner tats\u00e4chlichen M\u00f6glichkeiten der Mitwirkung und potentiellen Teilhabe an Diskursen offenbar noch nicht bewusst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9708\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.16.51.png\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"359\" \/><\/p>\n<p>Diese Situation hat sich heute g\u00e4nzlich ver\u00e4ndert: Nutzer*innen wissen sehr wohl um ihre partizipativen M\u00f6glichkeiten, und sie ergreifen diese auch. Deshalb haben die Sozialen Medien gerade auch feministische Anliegen und Projekte zun\u00e4chst erm\u00f6glicht und schlie\u00dflich befeuert. Das ist einerseits der Vernetzung \u00fcber den engeren Bekanntenkreis hinaus geschuldet, andererseits aber Folge der mittlerweile vorhandenen Werkzeuge der (mehr oder weniger gezielten) Verbreitung \u2013 man denke nur an eing\u00e4ngige Meme und Bilder oder popul\u00e4re Hashtags.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9709\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.17.34.png\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"354\" \/><\/p>\n<p>Viele von Ihnen werden nun wahrscheinlich an den Hashtag #metoo denken, unter dem weltweit nicht nur sehr pers\u00f6nliche Geschichten sexuellen Missbrauchs geteilt, sondern auch allgemeine Anliegen und Problemstellungen von Sexismus ausgetauscht wurden. Das simple #metoo \u2013 \u201eich auch\u201c \u2013 hatte die Partizipation leicht gemacht und damit umso mehr vorangetrieben: Wem kein konkretes Ereignis in den Sinn kam, konnte sich mit dem blo\u00dfen Hashtag immerhin ganz allgemein zum Kampf gegen strukturellen Sexismus bekennen.<\/p>\n<p>Im Zuge von #metoo hat sich dabei eine f\u00fcr den gesamten feministischen Diskurs eigentlich immer schon repr\u00e4sentative Sub-Debatte herausgebildet. Ma\u00dfgeblich beteiligt, weil sie eine besonders extreme Position eingenommen hat, war die Soziologin Barbara Kuchler, die in einem ZEIT-Artikel im November 2017 prognostizierte, dass die Bestrebungen von #metoo folgenlos bleiben w\u00fcrden \u2013 \u201esolange es nur darum geht, sich t\u00e4glich h\u00fcbsch zu machen, in Sachen Kleidung und Make-up eine perfekte Performance hinzulegen\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Das ist ein Argument, das immer mal wieder aus den Reihen eines kapitalismus- und konsumkritischen Feminismus kommt, der sich h\u00e4ufig auch gezielt gegen einen sogenannten \u201ePopfeminismus\u201c richtet, der Bilder, Popkultur und Werbung als mediale Werkzeuge zur Formulierung und Verbreitung von Ansichten und Anliegen verwendet. Auch das besprochene Musikvideo von Christina Aguilera ist in diesem Sinne popfeministisch.<\/p>\n<p>Bei den Recherchen f\u00fcr mein Netzfeminismus-Buch hatte ich unz\u00e4hlige Blogs, vor allem feministische Blogs durchforstet \u2013 und mir fiel auf, dass schnell Kritik laut wird, wenn jemand mit Bildern agiert. Die Journalistin und Bloggerin Bixa Jankovska schreibt beispielsweise zynisch: \u201e[W]enn eine \u203astarke Businessfrau\u2039 abends noch ein nettes Foto von zwei sich anl\u00e4chelnden, normsch\u00f6nen Frauen hochl\u00e4dt und mit dem Text \u201a<i>Cheers M\u00e4dels, auf uns! An alle, die zusammenhalten, sich gegenseitig pushen und gemeinsam die Welt erobern!\u2019 <\/i>begleitet, ist das <i>#femaleempowerment-<\/i>Barometer f\u00fcr diesen Monat in den Orbit geschossen. Feminismus ist f\u00fcr mich inzwischen wie ein Tripadvisor Pickerl: auf jeder noch so sch\u00e4bigen Butze drauf und damit komplett aussagelos.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Zwar h\u00e4lt sie \u201eHeilung, BodyPositivity und SelfCare\u201c f\u00fcr \u201ewichtige Praktiken\u201c, sobald diese allerdings (bildlich) auf Instagram inszeniert werden, handelt es sich nur noch um \u201eein gutes Ablenkungsman\u00f6ver, um besch\u00e4ftigt zu sein und still zu bleiben.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Die Bilder auf Instagram, die unter den Labels \u201eEmpowerment\u201c oder \u201eBody Positivity\u201c firmieren, wollen lediglich \u201eein individuelles \u201aFeel Good\u2018-Gef\u00fchl\u201c vermitteln. Deshalb schreibt sie: \u201eIch werde mich k\u00fcnftig nicht mehr als Feministin bezeichnen, ohne dabei die Adjektive intersektional und marxistisch voranzustellen.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Ressentiments gegen\u00fcber \u201aGirl Power\u2018-Slogans und \u201aFemvertising\u2018, in denen die Bildpolitik der Frauen als oberfl\u00e4chlich dargestellt wird, lassen sich allerorts finden \u2013 insbesondere auch in feministischen Positionen. Sieht man sich aber die neuen kulturellen, gesellschaftlichen oder politischen Bedingungen an, die durch Internet und Soziale Medien entstanden sind, d\u00fcrfte augenscheinlich werden, dass man sich \u2013 insofern etwas bewirkt werden soll \u2013 mit Bildern zu besch\u00e4ftigen hat, egal, ob man diese selbst produziert oder analysiert und interpretiert, also wissenschaftlich untersucht. Das will ich im Folgenden mit einem gesonderten Blick auf ausgew\u00e4hlte Bildstrategien tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Bildstrategien der Sozialen Medien: Zwischen Empowerment und Provokation<\/p>\n<p>Welche Bedeutung es f\u00fcr Menschen hat, in den \u00f6ffentlichen Medien in Erscheinung zu treten, hat Peter Weiss in \u201eDie \u00c4sthetik des Widerstands\u201c deutlich gemacht (gleich im ersten Band, der 1975 in der damaligen BRD erschien): Er betonte, dass es motivierend sein kann, Teil einer Bildwelt zu sein, sich selbst in der medialen Umgebung wiederzufinden. Auch das politische Bewusstsein k\u00f6nne damit gesch\u00e4rft werden. In seinem Roman beschreibt Weiss beispielhaft verschiedene Kunstwerke aus dem russischen und franz\u00f6sischen Realismus in ihrer Wirkung, darunter Ilja Repins \u201eTreidler an der Wolga\u201c (1870-1873). Er schreibt dazu: \u201eDie Gesichter der zerlumpten, b\u00e4rtigen Leibeigenen, die barfu\u00df oder in zerrissnen Sandalen und Halmstiefeln durch den Ufersand stampften, waren erloschen, bar jeder Hoffnung.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9710\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.18.38.png\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"353\" \/><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dieser mitleiderregenden Darstellung der Arbeiter zeige Gustav Courbet in seinem Gem\u00e4lde \u201eDie Steinklopfer\u201c (1849\/50) viel kraftvollere Arbeiter. Im Wortlaut hei\u00dft es: \u201eAuch den Steinklopfern von Courbet war keine Erleichterung beschieden, doch ihre Arbeit im Ger\u00f6ll war nicht mehr gepr\u00e4gt von Ausweglosigkeit.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9711\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.19.16.png\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"336\" \/><\/p>\n<p>Courbets Darstellung kraftvoller Arbeiter verfolgte eine ganz bestimmte Strategie. Er zeigte absichtlich nicht das Elend, in dem sich die abgebildeten Arbeiter tats\u00e4chlich befanden, sondern stellte ihre St\u00e4rken in den Vordergrund. Insofern kann hier, wie ich zeigen werde, von einer fr\u00fchen Form von \u201aEmpowerment\u2018 gesprochen werden.<\/p>\n<p>Das sogenannte Empowerment ist heute wohl die popul\u00e4rste Bildstrategie im Kontext von feministischer Kunst, Aktivismus oder Werbung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9712\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.20.36.png\" alt=\"\" width=\"482\" height=\"361\" \/><\/p>\n<p>Doch so h\u00e4ufig der Begriff gegenw\u00e4rtig \u2013 und zwar auch au\u00dferhalb von feministischen Diskursen \u2013 f\u00e4llt, so vielfach er Headlines und Bildbeschreibungen schm\u00fcckt, so selten wird danach gefragt, was unter der Bezeichnung eigentlich zu verstehen ist. Es ist also anzunehmen, dass vielen seine Bedeutung sofort evident ist. Ja, es scheint, als habe man regelrecht auf den Begriff gewartet und hei\u00dft ihn nun, wo er endlich zur Verf\u00fcgung steht, herzlich willkommen. Denn \u201aEmpowement\u2018 wird mittlerweile allerorts und vor allem auch alltagssprachlich verwendet \u2013 und zwar f\u00fcr Vieles, das vorher unbenannt geblieben sein muss oder mit anderen Begriffen bezeichnet wurde, wie beispielsweise \u201eaufbauend\u201c, \u201emotivierend\u201c oder \u201einspirierend\u201c. (Weiss sprach von \u201eermutigend\u201c.) All diese Begriffe treten noch heute oft im Zusammenhang mit \u201aempowernd\u2018 in Erscheinung, bedeuten aber nicht dasselbe.<\/p>\n<p>Empowerment benennt zuallererst eine Strategie, deren Ziel es ist, die politische, soziale, kulturelle oder \u00f6konomische St\u00e4rke von Personen oder einer\u00a0Gemeinschaft zu steigern, die strukturell benachteiligt sind (sei es durch Konstrukte wie \u201eRasse\u201c, Religion, Gender, Sexualit\u00e4t, Klasse oder Alter). So wenig der Begriff in Deutschland bis in die 1990er Jahre bekannt war, so gebr\u00e4uchlich war er bereits im politischen Diskurs innerhalb der B\u00fcrgerrechtsbewegung in den USA in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Barbara Bryant Solomon hat \u201eEmpowerment\u201c schlie\u00dflich f\u00fcr die soziale Arbeit fruchtbar gemacht. Eine zentrale These ihres 1976 ver\u00f6ffentlichten Buchs \u201eBlack Empowerment\u201c ist, dass Einzelpersonen und Gruppen in Gemeinschaften von \u201aPeople of Color\u2019 derart negativen Bewertungen seitens der breiten Gesellschaft ausgesetzt seien, dass die damit verbundene Hilf- und Machtlosigkeit nicht mehr nur au\u00dferhalb, sondern besonders auch innerhalb der betroffenen Gruppe allgegenw\u00e4rtig und l\u00e4hmend sei.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Es m\u00fcsse in der sozialen Arbeit mit \u2013 in diesem Fall \u2013 \u201aPeople of Color\u2019 deshalb vor allem darum gehen, die Gruppe von innen heraus zu st\u00e4rken. Die Aufmerksamkeit d\u00fcrfe nicht mehr auf die vielfach erfahrenen Diskriminierungen von au\u00dfen und damit verbundenen Niederlagen gerichtet werden, sondern auf die jeweiligen St\u00e4rken und Besonderheiten von Personen, Gruppen oder Gemeinschaften. Dadurch sollten eigene Kr\u00e4fte mobilisiert und damit zumindest eine gewisse Unabh\u00e4ngigkeit und Handlungsspielr\u00e4ume gewonnen werden.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich stellen der Begriff und das Konzept des Empowerment einen Paradigmenwechsel im Umgang mit benachteiligten Personen, Gruppen, Gemeinschaften und Minderheiten dar, da er weniger die Defizite als die St\u00e4rken in den Vordergrund r\u00fcckt. Ja, das Empowerment-Konzept bricht mit dem bis dato g\u00e4ngigen Blick auf die Schw\u00e4chen und Abh\u00e4ngigkeiten, soll also gezielt aus der Opferposition heraushelfen. Einer der beliebtesten Begriffe zum Bewerben von Body-Positivity-Inhalten ist beispielsweise &#8222;Celebrating&#8220;: Feiern statt Trauern ist hier ebenfalls als Versuch zu verstehen, von Strategien der Problematisieren abzusehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9713\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.21.13.png\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"279\" \/><\/p>\n<p>Erinnern wir uns erneut an das Musikvideo zu \u201eBeautiful\u201c, das 2011 zum \u201eMost Empowering Pop Song\u201c des Jahrzehnts gek\u00fcrt wurde. Hier erfolgt das Empowerment ausschlie\u00dflich auf textlicher Ebene und ging vielleicht auch nur deshalb auf, weil das Lied in der LGBT-Szene als eine ikonische Anti-Hymne gegen Mobbing, Homophobie und Frauenhass verwendet wurde. Bildstrategisch findet hier jedoch kein Empowerment statt, die Personen werden nicht kraft- und machtvoll, ja gerade nicht in ihrer Sch\u00f6nheit pr\u00e4sentiert, sondern vielmehr als verletzliche Protagonisten ihrer je eigenen Leidensgeschichte. Die kurzen Momente des Empowerments, wenn ein strahlendes L\u00e4cheln die Personen tats\u00e4chlich sch\u00f6n werden l\u00e4sst, frieren schnell wieder ein.<\/p>\n<p>In der Literatur finden sich viele Versuche, das, was Empowerment eigentlich ausmacht, zu artikulieren. Gemeinsam ist allen Definitionsversuchen, dass Empowerment f\u00fcr Selbsterm\u00e4chtigung steht, dass aus einer positiven Selbstbeschreibung Macht gewonnen werden soll. Empowerment soll Mut machen, motivieren, zum eigenen Handeln inspirieren.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb der sozialen Arbeit hat man bis vor wenigen Jahren nicht nur <i>nicht<\/i> von \u201eEmpowerment\u201c gesprochen, auch die Strategie selbst fand in anderen Bereichen kaum Anwendung, ebenso wenig wurde die damit verbundene Wirkung angestrebt. Heute ist \u201aEmpowerment\u2018 hingegen eines der m\u00e4chtigsten Konzepte \u2013 sowohl in der Politik \u2013 man denke an Barack Obamas \u201eYes we can!\u201c oder Angela Merkels \u201eWir schaffen das!\u201c \u2013 als auch in der Kultur. Dort hat sich Empowerment auch als Bildstrategie etabliert \u2013 und das ist \u00fcberraschend. Denn in den Bildern der Kunst oder der Werbung herrschten, wenn Kritik ge\u00fcbt oder Gesellschaft ver\u00e4ndert werden sollte, f\u00fcr lange Zeit weithin andere Bildstrategien vor: Provokation, Subversion oder Affirmation \u2013 nicht aber Empowerment. Im Aktivismus \u00fcberwog sogar bei weitem die Provokation.<\/p>\n<p>Wenn es darum geht, Wirkung zu erzielen, Emotionen hervorzurufen, um damit auf Kultur und\/oder Gesellschaft einzuwirken, dann nehmen Empowerment und Provokation unter den genannten Bildstrategien eine Sonderrolle ein. Man spricht davon, empowert zu werden oder provoziert worden zu sein. Bilder, die solche Strategien verfolgen, zielen auf eine konkrete Wirkung \u2013 im Unterschied zu Subversion und Affirmation, die in ihren Aussagen und damit auch der Rezeption m\u00f6glichst ambivalent bleiben sollen.<\/p>\n<p>Empowerment und Provokation sind durchaus verwandte Strategien: In beiden F\u00e4llen geht es darum, eine Reaktion hervorzurufen, eine Aktivit\u00e4t bei denen auszul\u00f6sen, die adressiert wurden, ihnen neue Betrachtungs- und Handlungsweisen aufzuzeigen. W\u00e4hrend aber bei der Provokation die etablierte, bestimmende Kultur oder Gruppe angesprochen und ins Sichtfeld ger\u00fcckt wird, nimmt man beim Empowerment die diskriminierte, ausgegrenzte, sich in der Minderheit befindende Person, Gruppe oder Gemeinschaft in den Blick.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eDas Eigent\u00fcmliche an der Provokation [\u2026] ist [\u2026], da\u00df der Adressat der Provokation nicht [\u2026] im eigenen System zu finden ist.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> schrieb Urs St\u00e4heli \u00fcber die Strategie der Provokation in der Pop-Musik und hat damit etwas Grunds\u00e4tzliches \u00fcber das Prinzip der Provokation formuliert: Zwar geht es bei der Provokation wie auch beim Empowerment darum, die herrschende bzw. etablierte Kultur und Gesellschaft infrage zu stellen und f\u00fcr schlecht befundene Zust\u00e4nde anzuprangern, doch richtet sich das Empowerment an das eigene System, die Provokation hingegen an das andere, von ihr infrage gestellte System. Empowert werden die von Missst\u00e4nden Betroffenen \u2013 oft ist dabei von \u201aOpfern\u2018 die Rede \u2013, jene, die aus der etablierten Kultur ausgeschlossen sind, um ihnen damit auch zu mehr Sichtbarkeit und \u201aPower\u2019 \u2013 also Macht und Handlungsspielraum \u2013 zu verhelfen. Provoziert werden hingegen diejenigen, die man als \u201aT\u00e4ter\u2018 identifiziert hat, die es zu st\u00fcrzen gilt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Provokation zielt auf die St\u00f6rung oder gar Zerst\u00f6rung eines Systems \u2013 und zwar des etablierten \u2013, beim Empowerment geht es um das Unterst\u00fctzen oder gar Aufbauen eines Systems \u2013 und zwar des unterdr\u00fcckten. Ja, bei der Provokation streckt man den Machthabern den Zeigefinger entgegen, beim Empowerment schickt man den Machtlosen ein Bizeps-Emoji als Zeichen f\u00fcr \u201eDu schaffst das!\u201c, \u201eWir schaffen das!\u201c, \u201eYes we can!\u201c.<\/p>\n<p>Provokation als Strategie geh\u00f6rt seit jeher zum Repertoire des Protests und der Kunst. Die k\u00fcnstlerischen Spielarten des Protests bestehen \u201eim Setzen gezielter Nadelstiche, im L\u00e4cherlich-Machen, Anschw\u00e4rzen, Entbl\u00f6\u00dfen, Entw\u00fcrdigen, oft aber auch im ironischen \u00dcberzeichnen und \u00dcbertreiben.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Durch das gesamte 20. Jahrhundert l\u00e4sst sich eine Allianz von Provokation und Avantgarde verfolgen: Die Futuristen, Situationisten, Fluxus-Anh\u00e4nger, Happening-K\u00fcnstler, Wiener Aktionisten und viele mehr \u2013 sie alle verstanden ihre Kunst auch als Provokation der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, die es zu ver\u00e4ndern galt. Das hatte \u2013 und hat noch immer \u2013 manchmal konkrete politische Gr\u00fcnde, andere Male ging und geht es schlichtweg um alternative Lebensentw\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Auch im feministischen Aktionismus und in der feministischen Kunst war und ist Provokation eine popul\u00e4re Strategie. Denken Sie nur an die Guerilla Girls, die sich hinter Gorillamasken mit Postern, Aufklebern, B\u00fcchern oder Aktionen an die von ihnen kritisierte \u00d6ffentlichkeit wenden, in der Themen wie Rassismus und Sexismus sowie intersektionale Diskriminierung nicht hinreichend diskutiert werden. Und auch die Femen sind bekannt daf\u00fcr, gegnerische Systeme zu kapern, wenn sie nackt den K\u00f6lner Dom st\u00fcrmen, um gegen die Missachtung der Frauenrechte in der katholischen Kirche und deren Haltung zur Abtreibung zu protestieren. Oder wenn sie die Pariser Fashionweek boykottieren, indem sie den Laufsteg einnehmen, um sich dort gegen Anorexie auf dem Catwalk zu positionieren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nach explizit empowernden Bildern und Werken muss man in der Kunstgeschichte hingegen suchen und wird kaum f\u00fcndig. Hier ist in Hinblick auf die Wirkung \u2013 neben dem bereits erw\u00e4hnten Beispiel der Arbeiter von Courbet \u2013 sozialistische Kunst zumindest erw\u00e4hnenswert, wenn zum Beispiel in Bildern von arbeitenden Frauen und f\u00fcrsorglichen V\u00e4tern eine positive Zukunft des Lebens im Sozialismus gezeichnet werden sollte, nicht zuletzt zu dem Zweck, die Betrachter*innen zu erbauen und zu motivieren.<\/p>\n<p>Hier sehen Sie beispielsweise ein Wandbild von Max Lingner mit dem Titel \u201e<i>Aufbau der Republik\u201c<\/i> von 1952\/53, das sich am Detlev-Rohwedder-Haus in Berlin befindet. (<a href=\"https:\/\/www.museum-der-1000-orte.de\/kunstwerke\/kunstwerk\/aufbau-der-republik\">Zum Bild hier entlang.<\/a>)\u00a0Dargestellt ist eine sozialistische Utopie: die Einheit und Gleichheit aller Gegens\u00e4tze, hier kommen Arbeiter und Intellektuelle, Stadt- und Landbewohner, M\u00e4nner und Frauen zusammen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zwar kann man dieses Bild durchaus als Motivationsbild ansehen, da es den B\u00fcrger*innen eine gute und gl\u00fcckliche Zukunft verhei\u00dft, wenn die klassenlose Gesellschaft eintritt. Allerdings waren solche Bilder kein Werkzeug der Macht<i>losen<\/i> zur Selbsterm\u00e4chtigung, sondern ein Werkzeug der Macht<i>haber<\/i> zur Erziehung der von ihnen Unterdr\u00fcckten \u2013 also kein Empowerment.<\/p>\n<p>Auch in der feministischen Kunst war die Strategie des Empowerment bis vor einigen Jahren nur selten zu finden oder wurde scharf kritisiert. K\u00fcnstlerinnen wie Louis Bourgeois oder Kiki Smith besannen sich zwar bereits auf etwas spezifisch Weibliches und nutzten dies als \u201eRessource\u201c f\u00fcr ihre Kunst, wenn sie Schamlippen oder den Uterus modellierten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Man denke zum Beispiel an die Arbeit \u201eJanus Fleuri\u201c von Louis Bourgeois aus dem Jahr 1968, die eine Kombination m\u00e4nnlicher und weiblicher Geschlechtsteile in Bronze gefasst hat. (<a href=\"https:\/\/www.tate.org.uk\/art\/artworks\/bourgeois-janus-fleuri-al00347\">Zum Bild hier entlang.<\/a>) Aber Form und Materialit\u00e4t der Skulptur regten nicht dazu an, die eigene Geschlechtlichkeit als St\u00e4rke und Kraft zu empfinden, sondern vielmehr (und das ist freilich nicht weniger relevant!) \u00fcber die damit verbundenen Erfahrungen von Ausgrenzung und Leid nachzudenken, von \u201eUnbehagen\u201c und \u201eVerwundbarkeit\u201c zu sprechen. Die Pr\u00e4sentation (das Objekt h\u00e4ngt von der Decke und befindet sich auf Augenh\u00f6he der Betrachter*innen) wurde als eine \u201eSt\u00f6rung\u201c, \u201eBeunruhigung\u201c oder sogar als \u201eBedrohung der eigenen imaginierten Identit\u00e4t\u201c erfahren.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Von Empowerment kann hier also ebenfalls nicht die Rede sein.<\/p>\n<p>Als ein fr\u00fches Beispiel f\u00fcr empowernde Kunst k\u00f6nnen hingegen einige Arbeiten von Judy Chicago angesehen werden, darunter eine Arbeit von 1974, die eine Vulva auf einem Porzellanteller zeigt. (<a href=\"https:\/\/www.artsy.net\/artwork\/judy-chicago-flesh-spreading-her-wings-and-preparing-to-fly\">Zum Bild hier entlang.<\/a>) Die Vulva besitzt gro\u00dfe fleischliche Schamlippen, die auf dem darunter befindlichen Papier auf eine Weise verl\u00e4ngert wurden, dass sie wie ausgebreitete Fl\u00fcgel aussehen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was daran empowernd ist, bemerkt man sp\u00e4testens, wenn man die um den Teller platzierte kreisrunde (und titelgebende) Inschrift \u00bbFlesh spreading her wings and preparing to fly\u00ab gelesen hat: Judy Chicago inszeniert ein weibliches Geschlecht, das seine Fl\u00fcgel ausbreitet und zum Flug ansetzt. Eine Vulva, die sich im Aufbruch befindet, zum Befreiungsschlag ansetzt. Es ist ein Bild, das Mut machen soll, an emanzipatorische Ziele zu glauben \u2013 und dabei zugleich gezielt gegen das bisher vorherrschende Sprachbild des Lochs und der damit verbundenen Marginalisierung des weiblichen Geschlechts als Leerstelle vorgeht \u2013 und zwar visuell, mithilfe eines Bildes: Die Vulva, so zeigt es ihre Arbeit, ist eben kein Loch, sondern hat eine eigene ausdrucksstarke Form. Damit hat Judy Chicago \u201eEmpowerment\u201c auch als Bildstrategie etabliert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Empowerment als Bildstrategie hat sich mittlerweile in Sozialen Netzwerken wie Instagram oder Tumblr, aber auch dar\u00fcber hinaus in Aktionismus, Werbung und Kunst etabliert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9718\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.27.13.png\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"355\" \/><\/p>\n<p>H\u00e4ufige Themen sind neben Geschlechtszuschreibungen und Diversit\u00e4t auch g\u00e4ngige Sch\u00f6nheitsideale. Sehr beliebt ist etwa das Motiv der Achselhaare bei Frauen. Das mag vielen als banal oder l\u00e4ngst nicht mehr anst\u00f6\u00dfig vorkommen, mir geht das zumindest so, da es aber weiterhin hitzige Diskussionen im Netz und Feuilleton ausl\u00f6st, sei das Motiv trotzdem ernst genommen.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2019 wurde etwa eine Fotografie von Arvida Bystr\u00f6m ausf\u00fchrlich diskutiert: Eine junge, gutaussehende Frau schaut selbstbewusst in die Kamera, die Arme hat sie hinter ihrem Kopf verschr\u00e4nkt, und weil sie nur einen Spitzen-BH tr\u00e4gt, liegen die wildgewachsenen Achselhaare frei, werden der Kamera stolz pr\u00e4sentiert. Ihr Blick ist herausfordernd, er fragt nicht \u2013 sondern sagt: \u201aSeht her, das ist sch\u00f6n\u2018. Die pastelligen, weichgezeichneten Farben und die Attraktivit\u00e4t der Frau zeugen davon, dass dieses Bild nicht auf eine St\u00f6rung, einen Schock, eine Provokation angelegt ist, sondern gefallen und dadurch empowern m\u00f6chte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9717\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.27.23.png\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"362\" \/><\/p>\n<p>Mit ihrer Fotografie macht sie ein Angebot, wie man Achselhaare wahrnehmen kann: n\u00e4mlich nicht als eklig, sondern als sch\u00f6n. Hier l\u00e4sst sich gut der Unterschied zur eingangs gezeigten Bildstrategie von Christina Aguilera zeigen: w\u00e4hrend im Beautiful-Clip gerade die Abwesenheit von Sch\u00f6nheit gezeigt wird, Menschen, wie sie bislang gesehen wurden, n\u00e4mlich mit vermeintlichen Makeln und Schw\u00e4chen, wird beim Empowerment Sch\u00f6nheit zur treibenden Kraft.<\/p>\n<p>Vergleicht man etwa die Stills aus \u201eBeautiful\u201c mit Bildern des nicht nur in den Sozialen Medien erfolgreichen Fotografen Myles Loftin, f\u00e4llt auf, dass zwar in beiden F\u00e4llen das Konzept \u201aM\u00e4nnlichkeit\u2019 hinterfragt wird, allerdings auf v\u00f6llig unterschiedliche Weise: W\u00e4hrend Aguilera beklagt, dass Transsexualit\u00e4t nicht akzeptiert ist, versetzt Loftin Transsexuelle in eine Welt, in der man sie tats\u00e4chlich \u201abeautiful\u2018 findet. Daf\u00fcr bedarf es \u2013 hier nur nebenbei bemerkt, denn die sich daraus ergebenden Folgerungen stellen einen eigenen und h\u00f6chst interessanten Diskurs dar \u2013 meistens einer Absage an authentische oder realistische Darstellungsweisen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9716\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.27.31.png\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"361\" \/><\/p>\n<p>Wie auch bei der Provokation geht es letztlich darum, ein Tabu abzuschaffen, allerdings mit anderen Mitteln. Spricht man bei der Provokation von einem deutlich aggressiveren und angriffslustigeren \u201eTabu<i>bruch<\/i>\u201c oder einer \u201eGrenz<i>verletzung<\/i>\u201c, geht es beim Empowerment als Bildstrategie um eine Umcodierung: Was bisher als Tabu galt, soll durch eine \u00c4sthetisierung \u00fcberwunden werden, bis es selbstverst\u00e4ndlich ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich f\u00fchrt der Tabubruch meistens viel schneller und damit effektiver dazu, ein Thema pr\u00e4sent zu machen und f\u00fcr die Sichtbarkeit von Missverh\u00e4ltnissen zu sorgen, nicht zuletzt, weil er durch die Adressierung der Gegner mehr Aufmerksamkeit erregt.\u00a0Empowerment ist hingegen eine Strategie, die auf Nachhaltigkeit angelegt ist, bei der es um eine dauerhafte Akzeptanz geht.<\/p>\n<p>Dass Bilder wie das von Bystr\u00f6m auch tats\u00e4chlich empowern \u2013 und das nicht nur eine Spekulation von mir ist \u2013, l\u00e4sst sich gut den Kommentaren auf den Instagram-Accounts der K\u00fcnstler*innen entnehmen. Eine andere Fotografie von Bystr\u00f6m zeigt ebenfalls die K\u00fcnstlerin selbst, wie sie in knalligen Pinkt\u00f6nen und mit Blumen verziert die deutlich weniger akzeptierte Beinbehaarung in den Fokus ihres Selfies r\u00fcckt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9715\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.27.37.png\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"361\" \/><\/p>\n<p>In den Kommentaren hei\u00dft es: \u201ethank you. thank you thank you thank you. i\u2019m going into high school in two days and i\u2019m seriously self conscious about my legs. this is what i need. thank you again and again. \u2764\ufe0f\u2764\ufe0f\u2764\ufe0f\u201c oder \u201eWonderful leghair\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Negative Kommentare sind hier nicht zu finden. Das k\u00f6nnte zwei Gr\u00fcnde haben: Entweder wurden diese von der K\u00fcnstlerin gel\u00f6scht, weil sie den gewollten empowernden Effekt zunichtemachen w\u00fcrden, oder aber \u2013 und das halte ich ebenfalls f\u00fcr realistisch \u2013 ihre Community ist sehr homogen. D.h. die Personen, die ihr folgen und an die ihre Bilder auch adressiert sind, besitzen \u00fcberwiegend eine \u00e4hnliche Haltung wie die K\u00fcnstlerin selbst.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es viele Bilder und Werke, die eigentlich \u201aempowern\u2018 sollen, aber trotzdem \u2013 manchmal gewollt, manchmal ungewollt \u2013 provozieren. Die Voraussetzung f\u00fcr Provokation war, um nochmal mit Urs St\u00e4heli zu sprechen, dass \u201eder Adressat der Provokation nicht [\u2026] im eigenen System zu finden ist.\u201c Das hei\u00dft, wenn die empowernden Bilder die eigene Community verlassen und in eine breitere \u00d6ffentlichkeit geraten, k\u00f6nnen sie durchaus auch als Provokation wahrgenommen werden. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich Bilder auch au\u00dferhalb der eigenen Community verbreiten, ist in Sozialen Netzwerken besonders hoch.<\/p>\n<p>Mehr noch als die Arbeiten von K\u00fcnstler*innen betrifft das Werbebilder in Sozialen Netzwerken, da diese meistens ein deutlich heterogeneres Publikum besitzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>So hat etwa eine Werbung der Sportmarke Nike, auf der ebenfalls eine starke Frau mit \u2013 sogar deutlich dezenterem \u2013 Achselhaar zu sehen ist, sehr viel Unmut auf sich gezogen: Es h\u00e4uften sich abf\u00e4llige Kommentare wie \u201eDas ist widerlich.\u201c, &#8222;Schrecklicher PR-Move.\u201c, \u201eGebt der Frau einen Rasierer\u201c oder \u201eIch kann dieses Foto f\u00f6rmlich riechen\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9714\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-02-um-12.27.43.png\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"359\" \/><\/p>\n<p>Wenn Bilder provozieren, obwohl sie es nicht sollen, ist das aber nicht immer unproduktiv und f\u00fchrt eine Debatte auch nicht zwangsl\u00e4ufig ad absurdum. Denn Netzaktivismus wird vor allem durch solche Bilder beg\u00fcnstigt, die auch affizieren. Bilder l\u00f6sen zwar insgesamt im Netz sehr starke Gef\u00fchle und in Folge dessen auch spontane Reaktionen aus. Allerdings affizieren solche Postings, die negative Gef\u00fchle ausl\u00f6sen, st\u00e4rker, als positive, empowernde Bilder. Und diesen Affekten wird dann durch Liken, Teilen oder Rebloggen und Kommentieren nachgegangen, wodurch sich die Reichweite um ein Vielfaches steigern l\u00e4sst!<\/p>\n<p>Deshalb ist ein Bild heutzutage dann am wirkungsvollsten, wenn es empowern m\u00f6chte und dies auch in bestimmten Communities tut, dabei aber gleichzeitig auch au\u00dferhalb des eigenen Systems provoziert, denn nur so entsteht eine Debattendynamik, die bestimmten Themen \u00fcberhaupt erst zu Sichtbarkeit in einer breiten \u00d6ffentlichkeit verhilft.<\/p>\n<p>Umgekehrt ist die nachhaltige Bedeutung von Empowerment in der Bildproduktion und -rezeption nicht zu untersch\u00e4tzen. Viele Bilder der genannten K\u00fcnstler*innen werden heute in Werbung und Popkultur aufgegriffen und weiterentwickelt, haben sich in die Massenkultur geschlichen und etablieren sich sogar zunehmend \u00fcber die Geschlechterzuweisungen hinaus.<\/p>\n<p>Wer im Empowerment, wie es Journalist*innen traditionsgem\u00e4\u00df regelm\u00e4\u00dfig tun, nur eine \u201ePseudo-Provokation\u201c, einen \u201ewunderh\u00fcbschem Light-Feminismus\u201c sehen und ihn als verweichlicht und folgenlos kritisieren, der oder die verkennt, dass es sich dabei um eine eigenst\u00e4ndige und wirkungsvolle Strategie in einem Kulturkampf handelt, die zwar nicht vors\u00e4tzlich das etablierte System angreift, um es zu st\u00fcrzen \u2013 wie bei der Provokation \u2013, aber doch Schritt f\u00fcr Schritt bestehende Werte und Normen zum Erodieren bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Gerhard Paul: BilderMACHT. Studien zur Visual History des 20. und 21. Jahrhunderts. Wallstein Verlag: G\u00f6ttingen 2013. S. 629.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Horst Bredekamp, Ulrich Raulff: Wir sind befremdete Komplizen. Triumphgesten, Erm\u00e4chtigungsstrategien und K\u00f6rperpolitik, in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 28. Mai 2004.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Barbara Kuchler: #OhneMich, in: ZEIT ONLINE, 12.11.2017. Via: http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-11\/sexismus-metoo-sexuelle-uebergriffe-aussehen\/komplettansicht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Bixa Jankovska: Entschuldigung, aber was ist eigentlich aus diesem Feminismus geworden?, in: Groschenphilosophin, 16.2.2018. Via: http:\/\/www.groschenphilosophin.at\/2018\/02\/entschuldigung-aber-was-ist-eigentlich-aus-diesem-feminismus-geworden\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Peter Weiss: Die \u00c4sthetik des Widerstands. Suhrkamp: Frankfurt am Main 2005 [1975]. S. 60<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Barbara Bryant Solomon: Black Empowerment: Social Work in Oppressed Communities. Columbia University Press: New York 1976. S. 12. (\u201e[I]ndividuals and groups in black communities have been subjected to negative valuations from the larger society to such an extent that powerlessness in the group is pervasive and crippling.\u201c)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Norbert Herriger: Empowerment-Landkarte: Diskurse, normative Rahmung, Kritik, in: Politik und Zeitgeschichte 64, 2014. S. 13\u201314. Vgl.: http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/180866\/empowerment-landkarte?p=all<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Urs St\u00e4heli: Pop als Provokation?, in: Soziale Systeme, Band 10, Heft 2, 2004. S. 333\u2013339. Hier S. 335.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Johannes M. Hedinger, Basil Rogger: Provokation \u2013 Protest \u2013 Kunst. Eine M\u00e9nage \u00e0 trois, in: Ruedi Widmer et. al. (Hrsg.): Protest. Eine Zukunftspraxis. Lars M\u00fcller Publishers: Z\u00fcrich 2018. S. 118-121. Hier S. 118.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Andrea Jahn: Louise Bourgeoise\u2019 \u201eAbject Abstractions\u201c oder das Unbehagen einer Modenschau der K\u00f6rperteile, in: Frauen Kunst Wissenschaft Sonderheft (Nr. 23A). Festzeitschrift f\u00fcr Kathrin Hoffmann-Curtius, 1997. S. 56-67.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur<\/p>\n<p>Horst Bredekamp, Ulrich Raulff: Wir sind befremdete Komplizen. Triumphgesten, Erm\u00e4chtigungsstrategien und K\u00f6rperpolitik, in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 28. Mai 2004.<\/p>\n<p>Ian Cunningham, Jeff Hyman, Chris Baldry: Empowerment: the power to do what?, in: Industrial Relations Journal 27:2, 1996.<\/p>\n<p>Johannes M. Hedinger, Basil Rogger: Provokation \u2013 Protest \u2013 Kunst. Eine M\u00e9nage \u00e0 trois, in: Ruedi Widmer et. al. (Hrsg.): Protest. Eine Zukunftspraxis. Lars M\u00fcller Publishers: Z\u00fcrich 2018.<\/p>\n<p>Norbert Herriger: Empowerment-Landkarte: Diskurse, normative Rahmung, Kritik, in: Politik und Zeitgeschichte 64, 2014.<\/p>\n<p>Andrea Jahn: Louise Bourgeoise\u2019 \u201eAbject Abstractions\u201c oder das Unbehagen einer Modenschau der K\u00f6rperteile, in: Frauen Kunst Wissenschaft Sonderheft (Nr. 23A). Festzeitschrift f\u00fcr Kathrin Hoffmann-Curtius, 1997.<\/p>\n<p>Bixa Jankovska: Entschuldigung, aber was ist eigentlich aus diesem Feminismus geworden?, in: Groschenphilosophin, 16.2.2018.<\/p>\n<p>Barbara Kuchler: #OhneMich, in: ZEIT ONLINE, 12.11.2017.<\/p>\n<p>Gerhard Paul: BilderMACHT. Studien zur Visual History des 20. und 21. Jahrhunderts. Wallstein Verlag: G\u00f6ttingen 2013.<\/p>\n<p>Barbara Bryant Solomon: Black Empowerment: Social Work in Oppressed Communities. Columbia University Press: New York 1976.<\/p>\n<p>Urs St\u00e4heli: Pop als Provokation?, in: Soziale Systeme, Band 10, Heft 2, 2004.<\/p>\n<p>Peter Weiss: Die \u00c4sthetik des Widerstands. Suhrkamp: Frankfurt am Main 2005 [1975].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[Der Aufsatz ist das gek\u00fcrzte Manuskript eines Vortrags, den Annekathrin Kohout im Dezember 2019 im Rahmen der Ringvorlesung \u201eDigitale Sichtbarkeit\u201c an der Universit\u00e4t Greifswald gehalten hat.]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sofrischsogut.com\">Annekathrin Kohout<\/a> ist Autorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6ner Aktivismus<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[112420,112421,112422,733,112423,112424,1913,112425,2189],"class_list":["post-9704","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bildermacht","tag-bildwissenschaft","tag-empowerment","tag-feminismus","tag-netzfeminismus","tag-netzkultur","tag-provokation","tag-solomon","tag-soziale-medien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9704"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9704\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}