{"id":2,"date":"2021-05-25T07:57:55","date_gmt":"2021-05-25T05:57:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/supervise-me\/?page_id=2"},"modified":"2021-11-03T14:23:42","modified_gmt":"2021-11-03T13:23:42","slug":"about","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/supervise-me\/","title":{"rendered":"About Supervise Me!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Panoptische Videobeobachtung, automatisierte Nutzerprofilerstellung, softwaregest\u00fctzte Arbeiterkontrolle \u2013 das ist der Stoff aus dem Dystopien gemacht werden. Und doch ist mediale \u00dcberwachung auch in der Jetztzeit zu einem facettenreichen Thema herangewachsen. Denn l\u00e4ngst geschieht sie auch auf freiwilliger Basis und l\u00e4sst nicht nur die \u00dcberwachenden sondern auch die \u00dcberwachten selbst ihren Nutzen aus ihr ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Im Rahmen des Projekts <em>Medien der \u00dcberwachung<\/em> aus dem interdisziplin\u00e4ren Masterstudiengang <em>Medien und Gesellschaft<\/em> erforschen Studierende der Universit\u00e4t Siegen das Thema aus medialen, sozialen und \u00f6konomischen Perspektiven, um die Bedeutung der digitalisierten \u00dcberwachung f\u00fcr den einzelnen und die Gesellschaft zu hinterfragen. Alle Ergebnisse werden am 16. &amp; 17. Juli 2021 unter dem Titel <em>Supervise Me! Chancen und Risken der medialen Kontrollgesellschaft<\/em> im Rahmen einer Online-Tagung pr\u00e4sentiert und diskutiert. Ausgetragen wird die Tagung via BigBlueButton, Informationen zu Anmeldung und Tagungstool sind unter dem entsprechenden Men\u00fcpunkt zu finden. Willkommen sind Studierende, Lehrende und jeder mit Interesse am Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Das von Studierenden ausgerichtete Projekt entsteht unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Joachim Eigler, Prof. Dr. Rainer Leschke, PD Dr. Sandra Nuy, Uni.-Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein, Julia M\u00fcller und Tobias R\u00f6ding.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center\">Vortr\u00e4ge<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center\">Video\u00fcberwachung im \u00d6ffentlichen Raum &#8211; Chancen und Risiken<\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Jana Neurohr, Madlen Spittel, Svenja Nieswandt, Benedikt Schneider<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Wer kann mich beobachten, wenn ich mich in der \u00d6ffentlichkeit bewege? Die Menschen vor Ort \u2013 aber auch solche hinter Bildschirmen. Und diese k\u00f6nnen nicht nur beobachten, sondern auch \u00fcberwachen. Videokameras z\u00e4hlen zu den \u00dcberwachungsmedien einer Gesellschaft. Video\u00fcberwachung hat heutzutage eine gro\u00dfe Relevanz und sollte in dem Diskurs \u00fcber Medien der \u00dcberwachung nicht vergessen werden. Mit unserer Forschungsfrage \u201eInwiefern kann sich ein Individuum der \u00dcberwachung des \u00f6ffentlichen Raumes in Deutschland durch Videokameras entziehen?\u201c wollen wir sensibilisieren. Unter Einbezug von Expertenwissen in den Bereichen Datenschutz und Sicherheit stellen wir konkrete Chancen und Risiken der Video\u00fcberwachung in Deutschland dar und gehen dadurch der besagten Forschungsfrage nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Au\u00dferdem sollen durch aufgezeichnete Gespr\u00e4che mit dem Sozialanthropologen und Kriminologen Nils Zurawski sowie Torben Strausdat von der Initiative \u201cKameras stoppen!\u201d die gesellschaftlich geteilten Positionen zur Video\u00fcberwachung und die Bedeutung in einem breiten Kontext der Digitalisierung aufgezeigt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\">Formen medialer \u00dcberwachung in den Medien<\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Timo Kradepohl, Laura Burghaus, Bianca Jankowski, Henri von der Heiden<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Durch technologischen Fortschritt und Digitalisierung ergeben sich neue medienvermittelte \u00dcberwachungsm\u00f6glichkeiten. \u00dcberwachung ist allerdings nicht nur ein relevantes Thema, welches mittels Medien organisiert wird, sondern was auch zunehmend selbst als Thema in den Medien pr\u00e4sent ist. Dabei haben sich \u00dcberwachungsmethoden, Beobachtungs- und Kontrollm\u00f6glichkeiten im Laufe der Zeit erheblich weiterentwickelt. Gleicherma\u00dfen entwickelten sich die Potentiale der Medien bei der \u00dcberwachung, da diese durch ihren instrumentalisierenden und dokumentierenden Charakter zur Infrastruktur der Wirklichkeit geworden sind und sie damit zugleich die Zeit repr\u00e4sentieren, in der sie entstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Ziel unseres Projektes ist es, die historische Ver\u00e4nderung der \u00dcberwachung anhand eines Zeitstrahls und der Bildung von vier Epochen (1930 bis heute), die den jeweiligen Entwicklungsstand repr\u00e4sentieren und durch verschiedene \u00dcberwachungs-Aspekte gekennzeichnet sind, darzustellen. Dar\u00fcber hinaus soll in diesem Kontext auch die Rolle der Medien analysiert und mit diversen Beispielen illustriert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schlussendlich werden diese beiden Schwerpunkte der Untersuchung von uns in einer 3D-Animation zusammengef\u00fchrt und veranschaulicht. Diese grafischen Elemente stellen unsere medienhistorischen Untersuchungen auf eine neue, eigenst\u00e4ndige Art dar.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\">Softwaregest\u00fctzte \u00dcberwachung und Kontrolle in Unternehmen<\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Ziele, Potentiale und Risiken von People Analytics im Rahmen der F\u00fchrung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Home-Office<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Andreas Graskamp, Jessica Konrad<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Eine aktuelle Informationsbasis \u00fcber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Grundlage f\u00fcr jede F\u00fchrungsentscheidung (vgl. Drumm 2008: 75). Diese Informationsbasis einzuholen, stellt im Kontext von Home-Office, dass durch die Digitalisierung der Arbeitswelt und des Arbeitsplatzes erm\u00f6glicht wurde, eine Herausforderung f\u00fcr die F\u00fchrung dar (vgl. Dietrich et. al. 2021: 5). F\u00fchrung auf Distanz wurde insbesondere durch die Corona-Pandemie zur Normalit\u00e4t. Durch die fehlende physische Pr\u00e4senz der F\u00fchrungskraft k\u00f6nnte die Informationsbasis fehlen, um fehlerfreie F\u00fchrungsentscheidungen tref-fen zu k\u00f6nnen. Eine M\u00f6glichkeit dieses Defizit auszugleichen, ist die Nutzung von People Analytics Soft-ware, die mithilfe von im Unternehmen gesammelter Daten, das Verhalten der Mitarbeitenden aus-wertet und den F\u00fchrungskr\u00e4ften zur Verf\u00fcgung stellt (vgl. H\u00f6ller et. al. 2018: 30f.).<br \/>\nDer Vortrag befasst sich mit dem Einsatz von People Analytics Software als \u00dcberwachungs- und Kon-trollinstrument von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Home-Office durch F\u00fchrungskr\u00e4fte. Es sol-len die Potentiale, Ziele und Risiken der softwaregest\u00fctzten \u00dcberwachung veranschaulicht, sowie Handlungsimplikationen f\u00fcr die Mitarbeiterf\u00fchrung abgeleitet werden. Im Fokus dieses Vortrags soll der Nutzen dieser Anwendungen f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte stehen und beantwortet werden, inwiefern sie eine Informationsbasis, trotz der fehlenden physischen Pr\u00e4senz der F\u00fchrungskraft, f\u00fcr die F\u00fch-rungsentscheidungen bereitstellen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\">Marketing und mediale Kontrolle<\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Sonja Bruch, Annette Krikun, Carola Sobbe, Daria Weidlich<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Relevanz &#8211;<\/strong> Hinsichtlich der pers\u00f6nlichen Datenpreisgabe werden online h\u00e4ufig paradoxe Verhaltensweisen festgestellt, welche sich durch eine Diskrepanz zwischen einer datensch\u00fctzenden Einstellung und dem tats\u00e4chlichen Verhalten kennzeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Forschungsgegenstand &#8211;<\/strong> Wie im Online-Handel gewinnen auch im Rahmen des station\u00e4ren Lebensmitteleinzelhandels Datenaustauschbeziehungen immer mehr an Relevanz. In Form von digitalen Kundenkartenapps werden Kunden im Gegenzug zu ihren Daten Vorteile angeboten. Daraufhin wird untersucht, wie Konsument:innen unterschiedlichen Alters diese Datenaustauschbeziehung wahrnehmen und ob sich ein paradoxes Verhalten auch in diesem Kontext feststellen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Forschungsdesign &#8211;<\/strong> Mit Hilfe eines Leitfragebogens werden qualitative Interviews mit insgesamt 12 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts durchgef\u00fchrt, um m\u00f6gliche Unterschiede im Nutzungsverhalten und der Wahrnehmung zu identifizieren. Ziel ist es, festgestellte Verhaltensmuster durch die Bezugnahme auf theoretische Ans\u00e4tze wie dem Privacy Paradox und Privacy Calculus erkl\u00e4rbar zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass paradoxe Verhaltensweisen auch im Rahmen des station\u00e4ren Lebensmitteleinzelhandels auftreten. Vermutlich spielen u.a. die Beeinflussung durch das Umfeld sowie der Bezug zum Unternehmen eine Rolle.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\">Self-Tracking: Chancen und Risiken digitaler Selbstvermessungstechniken f\u00fcr das Individuum<\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Sabrina Kr\u00e4mer, Felix Richter, Jessica Knodel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">(Selbst-)\u00dcberwachung \u2013 ein kontroverses Konzept, das in der Vergangenheit bereits durch Arbeiten von Bentham oder Foucault Aufmerksamkeit erlangte. Die Selbstreglementierung durch empfundene \u00dcberwachung ist auch heute Teil vieler Bereiche unseres allt\u00e4glichen Lebens.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Waage, Fitness-Tracker, Apps zum Kalorienz\u00e4hlen \u2013 sie alle haben eines gemeinsam: sie helfen uns dabei, uns selbst zu vermessen und unser Verhalten zu kontrollieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Self-Tracking \u2013 insbesondere durch Fitness-Apps &#8211; ist ein anhaltender Trend, der im Sinne von Foucaults Panopticon Einfluss auf Individuen und dadurch auch auf soziale Gef\u00fcge haben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Doch warum und wie funktioniert Self-Tracking? Und wie wird Selbst\u00fcberwachung in der Gesellschaft belohnt oder bestraft?<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Der Vortrag Self-Tracking: Chancen und Risiken digitaler Selbstvermessungstechniken f\u00fcr das Individuum widmet sich der Frage, wie Selbst\u00fcberwachung im Fitness-Bereich menschliches Verhalten beeinflusst und welche sozialen Effekte sich daraus ergeben. Beleuchtet werden dabei nicht nur die in den Medien h\u00e4ufig angeprangerten Probleme, sondern auch die Chancen, die neue Technologien des Self-Tracking den Nutzerinnen und Nutzern bieten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\">\u00dcberwachung als Herausforderung f\u00fcr die Autonomie des Individuums<\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Charlotte Bachmann-Weber, Cynthia May, Fabian Bhatti, Markus Orlowski<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Innerhalb unserer Projektgruppe befassen wir uns mit der Thematik der Autonomie in der medialen \u00dcberwachung. Wir definieren den Begriff der Autonomie zun\u00e4chst nach Kant, um Autonomie, bzw. einen m\u00f6glichen Autonomieverlust daraufhin im Hinblick auf die mediale \u00dcberwachung aus verschiedenen anwendungsbezogenen Perspektiven weiter zu bestimmen und zu analysieren. Die Beispiele, anhand denen wir die Auswirkungen auf die Autonomie der Nutzer von medialen Tracking plausibilisieren m\u00f6chten, sind im konkreten: (Digitales) Self-Tracking, die Smart-Phone Nutzung und mediale \u00dcberwachung von Kindern, sowie die \u00dcberwachung als Dissonanz in den sozialen Medien. Zudem soll das Ph\u00e4nomen der Selbst\u00fcberwachung, als sich selbst beobachten, um sich selbst zu optimieren, im Ganzen dargestellt und nicht ausschlie\u00dflich auf die Form des digitalen Self-Trackings reduziert werden. Die Selbst\u00fcberwachung hat sich \u00fcber lange Zeit hinweg entwickelt und ist in der neoliberalen Gesellschaft omnipr\u00e4sent geworden.<br \/>\nWelche Auswirkungen mediales Tracking auf die Autonomie der Individuen hat und ob autonomes Handel in diesem Rahmen noch m\u00f6glich ist, ist eine der Kernfragen in diesem Vortrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panoptische Videobeobachtung, automatisierte Nutzerprofilerstellung, softwaregest\u00fctzte Arbeiterkontrolle \u2013 das ist der Stoff aus dem Dystopien gemacht werden. Und doch ist mediale \u00dcberwachung auch in der Jetztzeit zu einem facettenreichen Thema herangewachsen. Denn l\u00e4ngst geschieht sie auch auf freiwilliger Basis und l\u00e4sst nicht nur die \u00dcberwachenden sondern auch die \u00dcberwachten selbst ihren Nutzen aus ihr ziehen. 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