DIY – Do It Yourself but do it on Video!

DIY – Do It Yourself but do it on Video!

Von Kai Herrmann

Dieser Beitrag soll einen Überblick darüber geben, was die Do-It-Yourself-Kultur ist, wie sie entstanden ist und wie sie sich durch das Internet entwickelt hat. In diesem Zusammenhang soll außerdem der Begriff des Prosumers erläutert werden, der eine zentrale Rolle in Bezug auf die Do-It-Yourself-Bewegung spielt. Zum Abschluss soll dargestellt werden, welche wirtschaftliche Funktion DIY besitzt und wie Baumarktketten diese in ihre Werbungen integrieren. Zur Illustration sollen diverse Beispielvideos angeführt werden.

Der Boom der Do-It-Yourself-Kultur im Netz

In den Zeiten des Web 2.0 ist eine klare Verbindung zwischen der Do-It-Yourself-Kultur und den im Internet kursierenden Webvideos zu erkennen. Dieser Zusammenhang lässt sich besonders auf der Webvideo-Plattform YouTube festestellen, wo Videos selbst produziert und konsumiert werden können. Die Anhänger der DIY-(Webvideo-)Kultur werden als Prosumer bezeichnet.

prosumer

Verbindung von Producer und Consumer http://curiositykilledtheconsumer.files.wordpress.com/2012/06/prosumer.jpg

Der Begriff des Prosumers bezieht sich auf eine Fusion des Consumers und des Producers zu einem geschlossenen und einheitlichen System. Somit stellen die Anhänger der DIY-Kultur ihre Erzeugnisse selber her (Producer) und können sie anschließend auch selber konsumieren (Consumer). Heutzutage gibt es ein großes Angebot an Workshops und Projekten von den sogenannten, in denen man in einer Gruppe Güter herstellt und diese am Ende konsumieren kann.

Das nachfolgende Video gibt einen Einblick, wie solche Workshops aufgebaut sind:

 

Die Do-It-Yourself-Bewegung bezeichnet eine Kultur, die sich damit beschäftigt Dinge selber herzustellen. Außerdem findet die Bezeichnung „Marke Eigenbau“ im Zusammenhang mit der DIY-Kultur häufig Verwendung. Der Kreativität, die beim selbstständigen Herstellungsprozess ausgelebt werden kann, sind keine Grenzen gesetzt und das Ergebnis der eigenen Arbeit ist als Unikat zu sehen. Diese Einzigartigkeit des Hergestellten stellt einen bedeutenden Beweggrund zur Fertigung von Eigenfabrikaten dar, wobei selbsterworbene Fähigkeit eingesetzt werden kann. Darüber hinaus stellen finanzielle Gründe oder schlichtweg der Spaß an der Sache weitere grundlegende Motive der Anhänger der DIY-Kultur dar. Die Fantasie kann als improvisatorischer Impuls genutzt werden, um vielfältige Einschränkungen des alltäglichen Lebens zu kompensieren, da bestimmte Produkte nur schwer erhältlich sind oder gar nicht auf dem Markt bereitgestellt wurden bzw. werden.

Die folgenden Videos sollen demonstrieren, welche kreativen Ideen von den Prosumern umgesetzt werden und welche technischen Unterschiede sich bei ihren Erzeugnissen feststellen lassen:

Zur Geschichte der DIY-Kultur

Die Quelle der DIY-Kultur liegt in den 1950er Jahren in England. Die Bewegung konnte sich verhältnismäßig schnell ausdehnen und eroberte in den Folgejahren den Rest Europas. Die Do-It-Yourself-Bewegung zeichnet sich dadurch aus, dass nun auch Laien bzw. Amateure die verschiedensten Güter selbstschaffend kreieren und produzieren. Die Kultur des Amateurs oder auch Kultur des selber Machens konnte sich in besonderem Maße etablieren, da die DIY-Angehörigen ihre Energie und ihr Potenzial dazu benutzen wollten, um eine (gesellschaftliche) Veränderung herbeizuführen. In den 1960ern und 1970ern wurde die Basis der DIY-Bewegung geprägt. Es ist zu betonen, dass sich dieses Phänomen vorerst überwiegend in subkulturellen Kreisen breit gemacht hat. Besonders die revolutionäre Punk- und Hippieszene, welche eine kritische Reflexion und eine Veränderung der Gesellschaft anstrebte, sind in diesem Zusammenhang hervorzuheben.

Das nächste Video zeigt eine Reihe von Sportlern, die ihr Fitnesstraining gänzlich ohne schwere Hanteln etc. durchführen und den DIY-Gedanken gekonnt in ihr Work-Out integrieren:

Web 2.0 als DIY-Come-Back

Durch das Internet erfährt der DIY-Gedanke eine Wiederbelebung. Sie kann durch die neuen technischen Möglichkeiten weiterentwickelt und basierend auf innovativen Ideen gesamtgesellschaftlich erneuert bzw. neu definiert werden. Das Web 2.0 bietet eine Vielzahl von Blogs (Besonders DIY-Mode-Blogs erhalten große Resonanz) zu unterschiedlichen Sektionen, in denen demonstriert und erläutert wird, wie man Sachen selbst herstellen kann.

DIY als Wirtschaftsfaktor

Auch auf der wirtschaftlichen Ebene wird der DIY-Bewegung ein bedeutender Stellenwert beigemessen. Insbesondere fällt dies in Baumärkten auf, da diese immer mehr Materialen anbieten, die man eigenständig verarbeiten kann und soll. Vor allen Dingen ist es die Baumarktkette Hornbach, die in ihren Werbespots regelrecht dazu auffordert selbst tätig zu werden. So sind es Slogans wie „Mach es zu deinem Projekt“ und „Mach es wie du willst, aber mach es!“ die die DIY-Kultur benutzen, um die Umsätze des Baumarktes nachhaltig zu steigern. Darüber hinaus wirkt das mediale Auftreten der Baumärkte zunehmend jugendlicher, was dazu führen soll, dass größere Kundenkreise erschlossen werden.

Das nächste Video zeigt einen solchen Werbeclip:

Fazit

Mit dem Aufkommen von Web 2.0 und Webvideo-Plattformen die hat die DIY-Kultur eine Wiederbelebung erfahren und spielt heute eine bedeutende Rolle in der Webvideo-Kultur. Es gibt viele Videos, die zum Selbermachen anregen und somit den Gedanken der ursprünglichen DIY-Bewegung aufgreifen und weiterführen. Es lässt sich festhalten, dass DIY durch das Internet und durch diverse Werbeslogans eine massive Aktualität genießt und immer mehr Anhänger findet.