2021

22.04.2021  „Der große Reibach“ – Das nachhaltige Gesellschaftsspiel

„Wenn du selbst ein Spiel erschaffen könntest, wie würde das dann aussehen?“ – diese Frage stellten sich unser ehemaliger Stipendiat Martin Middelanis, sein Bruder Thomas, sowie seine Freunde Nils Büteröwe und Nils Brünger vor mittlerweile sieben Jahren, während sie abends beim Kartenspielen zusammensaßen. Von da an begannen die vier Bielefelder an ihrem eigenen Spiel zu tüfteln und es immer weiterzuentwickeln. Zunächst war es nur als einfache Freizeitbeschäftigung vorgesehen, doch als die ersten ausgereifteren Versionen sich auch im Bekanntenkreis großer Beliebtheit erfreuten und immer öfter die Nachfrage kam, ob die Freunde das Spiel nicht auch veröffentlichen möchten, fassten sie den Entschluss es einfach mal zu probieren und „Der große Reibach“ auf den Markt zu bringen.
Geleitet wurden sie dabei weiterhin von der Frage, wie das perfekte Spiel nach den eigenen Vorstellungen aussehen sollte. Komplex sollte es sein, so dass es keine eindeutige Strategie gibt, die zum Sieg führt und man es immer wieder spielen kann. Zudem sollte es thematisch interessant sein und gesellschaftlich relevante Aspekte mit aufnehmen und karikieren. So wurde „Der große Reibach“ im Bankenwesen angesiedelt und zeigt auf humoristische Art und Weise auf, wie skrupellos in diesem Sektor vorgegangen wird, um möglichst viel Geld zu scheffeln. Zu guter Letzt war es den Entwicklern wichtig, dass das Spiel komplett nachhaltig produziert wird. Nachhaltige Produktion ist bislang im Gesellschaftsspielemarkt, in dem größtenteils in China produziert wird, kaum ein Thema. Um dennoch regional, plastikfrei und größtenteils aus recyceltem Material produzieren zu können und das Spiel genauso herauszubringen, wie sich die Entwickler das vorstellen, wurde mit der „Kasimir Hahn Spielefabrik“ ein eigener Verlag gegründet.

Martin Middelanis begann sein Studium im Master Plurale Ökonomik an der Universität Siegen und wurde Stipendiat des Studienförderfonds Siegen e.V. als gerade die Vorbereitungen für das Crowdfunding für die Veröffentlichung liefen. In diesem Prozess konnte er sehr von den Tipps seines Förderers, des S1 Siegerlandfonds und der Beratung durch Frau Dr. Kolb profitieren. Nach dem erfolgreichen Crowdfunding wurde „Der große Reibach“ im August 2019 veröffentlicht und ist mittlerweile online und im Einzelhandel in über 10 deutschen Städten erhältlich (natürlich auch in Siegen, in der „Spielebox“). Die Veröffentlichung im Eigenverlag ermöglichte es unserem ehemaligen Stipendiaten und seinen Mitstreitern alle Schritte von der Entwicklung und dem Design des Spielmaterials, über die Produktion und Finanzierung bis hin zur Promotion und dem Vertrieb selbst zu organisieren. „Das war natürlich viel Arbeit, aber ich bin sehr froh, dass wir uns dieser Herausforderung gestellt haben, denn ich habe auch sehr viel dabei gelernt.“ – sagt Martin Middelanis. Ob die Kasimir Hahn Spielefabrik in Zukunft noch weitere Spiele auf den Markt bringen wird, lässt er hingegen offen „schließlich machen wir das alle nur nebenbei, neben dem Studium bzw. jetzt bald neben der Arbeit. Da wird die verfügbare Zeit leider immer knapper. Aber falls wir nochmal eine gute Idee für ein Spiel ganz nach unseren Vorstellungen haben sollten, würde ich natürlich nichts ausschließen.“


15.04.2021 Existenzgründung– ja, nein, vielleicht?

Eine schwere Frage, oder doch nicht? Wenn man die richtige Idee hat, kann es gelingen.
Die richtige Idee hatte auf jeden Fall unser ehemalige Stipendiat Nils Saßmannshausen mit seinem Partner Jan Rebling. Zusammen haben sie das Unternehmen Giesswerk gegründet.
Begonnen hat alles im Studium. Ohne es zu wissen, hatten die Bauingenieure bereits einen wichtigen Grundstein gelegt. Bei einem Aufeinandertreffen im Baustofflabor stellten die beiden schnell fest, dass sie unabhängig voneinander dasselbe Projekt verfolgten; den Bau eines Lautsprechers. Mit Holz und Beton zunächst aus zwei verschiedenen Materialien. Bis zur Gründung von Giesswerk sollte es trotzdem noch einige Zeit dauern.
Zunächst wurde das perfekte Material gesucht. Ihre Überlegungen führten die damaligen Studenten zum Ultrahochleistungsbeton. Mit seinen Materialeigenschaften eignet sich dieser hervorragend für verschiedenste Projekte, von filigranen Objekten bis hin zu robustem Bau. Der Weg zum perfekten Baustoff stellte Herrn Saßmannshausen und Jan Rebling vor eine knifflige Aufgabe. Das Material bedarf aufwendiger Zulassungen, da es bisher nicht genormt ist. Diese Mühe ist es jedoch allemal wert.
Nach der mehrjährigen Entwicklung einer Herstellungsmethode war es soweit. Im Jahr 2020 wurde das Unternehmen Giesswerk gegründet. Die Bauingenieure erhielten für die Umsetzung ihrer Idee ein Gründerstipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Damit konnten sie durchstarten. Mittlerweile hat das Unternehmen seinen Firmensitz mit eigener Produktionsstätte in Kaan-Marienborn. Das erste Produkt aus Ultrahochleistungsbeton war natürlich ein Lautsprecher, dem das entwickelte Material erstklassige Klangqualität verleiht. Bisher hat sich die Produktpalette erweitert – und zwar um alltägliche Gegenstände, die man zunächst vielleicht nicht erwartet, wenn man an Beton denkt und welche daher umso raffinierter sind. So gibt es bei Giesswerk auch Lampen und Gewürzmühlen. Zusätzlich zu diesen Produkten bietet Giesswerk Projektberatung für Geschäftskunden an. Das Unternehmen ist also auf der Basis des Materials Ultrahochleistungsbeton vielseitig aufgestellt.
So hat die Idee einen Lautsprecher zu bauen zwei Studenten zusammengeführt, die mithilfe des richtigen Materials ein Unternehmen aufgebaut haben. Heute bieten sie eigene Produktserien an und beraten Geschäftskunden bei ihren Projekten.

Wir wünschen unserem ehemaligen Stipendiaten Nils Saßmannshausen und seinem Geschäftspartner Jan Rebling weiterhin gute Ideen und viel Erfolg!

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11.03.2021 Leidenschaft und Engagement für den Maschinenbau: Dr.-Ing. Andreas Martini

Dr.-Ing. Andreas Martini zeigt uns, was es bedeutet, sich und andere für seinen Beruf zu begeistern. Der ehemalige Stipendiat setzt sich auch heute noch als Alumnus des Wirtschaftsingenieurwesen dafür ein, Studierende zu unterstützen.
Sein Weg zum Wirtschaftsingenieur im Fach Maschinenbau begann im Jahr 2006, als er sich dazu entschied, von seinem damaligen Sportstudium zum Maschinenbau zu wechseln. Die Leidenschaft für seinen Beruf und sein vielseitiges Engagement zeigen, dass es genau die richtige Entscheidung war.
Während seines Studiums bot sich ihm oft die Gelegenheit, Erfahrungen in Unternehmen zu sammeln. Dadurch gewann er u.a. wertvolle praktische Einsichten für seine Arbeiten. Als er 2012 seinen Master abschloss, entschied er sich dazu sein Wissen weiter zu vertiefen. Er arbeitete in der Arbeitsgruppe „Logistik für Produktunternehmen“ an Optimierungsverfahren für den Materialtransport. Durch diese Arbeit blieb er der Universität vorerst erhalten und tat in dieser Zeit Einiges um das Fach Maschinenbau voranzubringen, Studierende zu unterstützen und wissenschaftlichen Nachwuchs zu begeistern.
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter betreute er pro Jahr circa ein Dutzend Abschlussarbeiten, wobei er seine Kontakte zu Unternehmen nutzen und erweiterten konnte. Durch die Nähe zur Branche wusste er, worauf es ankommt und welche Kompetenzen Maschinenbau-AbsolventInnen für den Arbeitsmarkt mitbringen müssen. Er setzte sich also daran, die Qualität des Maschinenbaustudiums weiter zu verbessern. Im Februar 2014 startete das Maschinenbau-Transfer-Projekt mit Vertretern der Universität Siegen, des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. und dem HIS-Institut für Hochschulentwicklung e.V.. Das Projekt zielte darauf ab, den Studienerfolg zu fördern und Schlüsselkompetenzen zu vermitteln. So wurde zum Beispiel ein Angebot von Begleitseminaren um Methodenkompetenz und Techniken für wissenschaftliches Arbeiten entwickelt. Außerdem entstanden Übungs- und Tutoriengruppen. Zweifellos eine Errungenschaft, von welcher MaschinenbaustudentInnen auch heute profitieren.
Als Academic Advisor stand Dr.-Ing. Andreas Martini Studierenden auch bei der Fächerwahl oder der Organisation von Praktika und Auslandsaufenthalten zur Seite. Die Motivation für sein Engagement rührt laut eigener Aussage daher, dass auch er in seinem Studium oft Unterstützung erfahren hat und diese immer zu schätzen wusste. Auch das große Netzwerk, welches er über die Jahre innerhalb der Universität, aber auch zu Unternehmen aufgebaut hat, weiß er zu schätzen und, wie man im Maschinenbau-Transfer-Projekt sieht, auch gewinnbringend zu nutzen.
Aber all dessen nicht genug. Durch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Department Maschinenbau pflegte er weiterhin Kontakte zur Wirtschaft und zeigte der Öffentlichkeit die Vorteile des Faches an der Universität Siegen. Unter anderem besuchte er dafür Schulen und sprach mit SchülerInnen die sich, wie er, für die Naturwissenschaften begeistern.
Ohne Frage hat Herr Dr.-Ing. Andreas Martini mit seiner Arbeit viel für die Universität und die Studierenden des Faches Maschinenbau getan. Im Jahr 2017 beendete er seine Promotion erfolgreich und steuerte zielstrebig auf neue Herausforderungen zu. Heute arbeitet er bei der Safran Cabin Germany GmbH als Director of Continuous Improvement. Der Universität Siegen ist er durch seine Tätigkeit als Alumnus weiterhin sehr verbunden.
Wir danken ihm an dieser Stelle für sein vielfältiges Engagement und wünschen ihm beruflich wie privat viel Erfolg auf seinem weiteren Weg.

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05.03.2021  Ein erfolgreicher Weg zur Produktionsingeneurin: die ehemalige Stipendiatin Tatjana Otto arbeitet heute im Unternehmen CLAAS

Was kommt nach dem Studium? Wie kann ich das Beste aus meinem Studium machen? Diese Fragen stellt sich wohl jeder einmal. Um sie zu beantworten hilft es manchmal, sich von Erfolgsgeschichten inspirieren zu lassen. Eine solche Geschichte lässt sich über unsere ehemalige Stipendiatin Tatjana Otto schreiben. Nach ihrem Studium an der Universität Siegen arbeitet sie heute im Unternehmen CLAAS als Produktionsingenieurin.
Auch wenn dieser Berufswunsch nicht von Anfang an da war, wurde Frau Otto schon zu Schulzeiten durch ihr Interesse an Naturwissenschaften und Mathematik gelenkt. Dieses Interesse veranlasste sie nach dem Abitur dazu, Maschinenbau zu studieren. Bereits während des Bachelorstudiums sammelte sie stets praktische Erfahrungen. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit dem Siegener Unternehmen Kabelschlepp, ein weltweit agierender Hersteller für Energieführungs-Systeme, sowie Führungsbahnschutz und Förder-Systeme. So konnte sie das Bachelorstudium dual absolvieren.
Ihr beruflicher Weg sollte sie aber noch weiterführen. Mit ihrem Abschluss hätte sie als Konstrukteurin arbeiten können, doch ihr Wissensdurst war noch nicht gestillt. Ob am Ende der Master oder doch eine Promotion stehen sollte, war damals noch offen. So begann sie den Masterstudiengang Maschinenbau, diesmal ohne Firmenkooperation. Im zweiten Teil ihres Studiums entwickelte sich bald ihr Interesse für die Produktionstechnik. Ein halbes Jahr lang absolvierte Frau Otto dazu ein Praktikum bei der BMW AG in Leipzig. Dort lernte sie viel über Produktionstechnik und Projektmanagement. Sie half mit ihrer Arbeit z.B. dabei, eine Produktionsstraße zu entwickeln und aufzubauen, die der Herstellung der E-Fahrzeuge i3 und i8 diente.
Während ihres Masterstudiums besuchte Frau Otto den Absolventenkongress in Köln, eine Jobmesse für Studenten, Absolventen und Young Professionals, die für gewöhnlich im November stattfindet. Das Unternehmen CLAAS war einer der Aussteller und so entstand der erste Kontakt zu ihrem heutigen Arbeitgeber. Auf den Masterstudiengang folgte so ein Traineeprogramm bei dem weltweit führenden Landtechnik-Hersteller. In dieser Zeit konnte sie das Unternehmen und die verschiedenen Abteilungen kennenlernen, was ihr bei der Arbeit als Produktionsingenieurin sehr hilft. Heute leitet Frau Otto Planungsprozesse und Technologieprojekte, kann aber auch in der Konstruktion ihrer Leidenschaft nachgehen. Außerdem ist sie in den Projektalltag eingebunden. Dadurch gestaltet sich jeder Arbeitstag abwechslungsreich.
So hat ihr beruflicher Weg Frau Otto bisher geführt. Aus ihrer Leidenschaft für die Naturwissenschaft und Mathematik wurde der Beruf der Produktionsingenieurin. Wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg auf ihrem Lebensweg und stets Freude an ihrem Beruf. Vielleicht inspiriert ihr Werdegang auch andere Stipendiatinnen und Stipendiaten und weckt noch die eine oder andere Idee.

 

 

 

 

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29.01.2021 Gratulation zum VDI Förderpreis!

Für sein Bachelorstudium und auch seine herausstechende Bachelorarbeit, wurde unser Stipendiat Dennis Nöh mit dem VDI Förderpreis ausgezeichnet. Ebenso wurde die Masterarbeit des ehemaligen Stipendiaten René Sauer ausgezeichnet. Zusammen mit einem weiteren Studenten, Jakob Hippe, erhielten beide in diesem Jahr den Ehrenpreis, der mit jeweils 1.000 Euro dotiert ist. Dabei wurden nicht nur sehr guten Noten im Studium berücksichtigt, sondern auch ehrenamtliches Engagement. VDI Bezirksvorsitzender Dr.-Ing. Axel Müller lobte die Absolventen auch für ihren Innovationsgeist.
Mit seiner Bachelorarbeit zum Thema „Numerische und experimentelle Untersuchung der Wärmevorgänge beim Auftragsschweißen an walzenseitigen Hülsen“ schloss Dennis Nöh seinen Bachelorstudiengang ab und setzt seinen Weg nun mit dem Master fort. Dabei wünschen wir ihm viel Erfolg!
Mit seiner Masterarbeit zum Thema  „Konzeption eines Ordnungsrahmens für digital transformierte Geschäftsprozesse in produzierenden Unternehmen des Mittelstand“ schloss René Sauer seinen Masterstudiengang im Wirtschaftsingenieurwesen erfolgreich ab. Betreut von Prof. Dr.-Ing. Peter Burggräf.
Der VDI Förderpreis wird bereits seit vielen Jahren an Absolventen der Ingenieursstudiengänge an der Universität Siegen verliehen. In diesem Jahr war die Verleihung gleich aus zwei Gründen außergewöhnlich. Zum ersten Mal fand die Preisvergabe online statt. Henning Jung, Projektleiter des VDI Förderpreises, übergab die Urkunden digital an die Preisträger. Hinzugeschaltet waren auch Dr.-Ing. Axel Müller und Prof. Dr. Volker Stein, Prorektor für Ressourcen und Governance. Das Jahr 2020 war jedoch nicht nur durch seine Herausforderungen besonders für den VDI Bezirksverein; Er beging sein 150. Jubiläum. Dazu gratulieren wir und hoffen auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Universität Siegen.

..zur Pressemitteilung der Universität Siegen

Bildquellen

  • bild_material: Studienförderfonds Siegen e. V.
  • bild_material_2: Studienförderfonds Siegen e. V.
  • messe_bielefeld: Studienförderfonds Siegen e. V.
  • andreas_martini: Studienförderfonds Siegen e. V.
  • tatjana_otto: Studienförderfonds Siegen e. V.
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