Die Deutschen leben immer länger

Die Lebenserwartung in Deutschland hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts mehr als verdoppelt. Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen fort.

Die Lebenserwartung in Deutschland nimmt kontinuierlich zu. Gegenüber der ersten landesweiten Berechnung für das Deutsche Reich im Zeitraum von 1871 bis 1881 können neugeborene Mädchen und Jungen heute auf ein mehr als doppelt so langes Leben hoffen. In der Berichtsperiode 2015/2017 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung von Jungen 78 Jahre und 4 Monate und von Mädchen 83 Jahre und 2 Monate.
Die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit im 19. Jahrhundert war maßgeblich für die niedrige durchschnittliche Lebenserwartung im Zeitraum 1871/1881 verantwortlich. Der folgende Anstieg der Lebenserwartung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf den enormen Rückgang dieser frühen Sterblichkeit zurückzuführen.

Demgegenüber beruht der in jüngerer Zeit beobachtete Gewinn an Lebensjahren überwiegend auf einer wachsenden Langlebigkeit, das heißt dem Rückgang der Sterblichkeit im höheren Alter. Allein seit 1986/1988 ist die verbleibende Lebenszeit von 65-Jährigen um rund vier Jahre gestiegen.

Die Zunahme der Lebenserwartung hängt wesentlich mit dem Fortschritt in der medizinischen Versorgung, Hygiene, Ernährung und Wohnsituation sowie den verbesserten Arbeitsbedingungen und dem gestiegenen materiellen Wohlstand zusammen.

Der anhaltende Geschlechterunterschied in der Lebenserwartung ist einerseits auf einen biologischen Nachteil von Männern zurückzuführen. Bedeutender sind jedoch nicht-biologische Ursachen wie ungesündere und stärker risikobehaftete Lebensstile und Arbeitsbedingungen. So sind zum Beispiel der Alkohol- und Nikotinkonsum sowie die Unfallsterblichkeit der Männer höher, während Frauen eine bessere Gesundheitsvorsorge betreiben und Risiken meiden.

Quelle: